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Alles rund um den Grasshopper-Club Zürich
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Pyramus
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#1 Beitrag von Pyramus » 14.03.05 @ 12:44

ein thread für zeitungsartikel und interviews im zusammenhang mit gc!
Jürg Meier, NZZ, 30.5.2007 hat geschrieben:Treffen wir einen Gleichgesinnten, fachsimpeln wir im Flüsterton. Fernsehübertragungen von GC-Spielen begehen wir in abgedunktelten Wohnungen, als wären es konspirative Treffen.

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Pyramus
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#2 Beitrag von Pyramus » 14.03.05 @ 12:45

«Tages-Anzeiger» vom 14.3.2005, Seite 33


« Ich habe nicht das erreicht, was ich mir gewünscht hatte »

1: 1 gegen YB, 1: 4 in Basel und 1: 1 gegen Xamax – GC tut sich auch unter Hanspeter Latour schwer.
Der Trainer sagt vor dem Spiel gegen Thun vom Mittwoch: « Wir wollen endlich gewinnen. »

Mit Hanspeter Latour sprach Peter Bühler

Hanspeter Latour, weshalb gewinnt GC unter dem neuen Trainer Latour seine Spiele nicht?
Wir gewinnen noch nicht, wir müssen den ersten Sieg offenbar erdauern. Wir wussten schon vor der Partie gegen Xamax, dass wir uns in Heimspielen schwer tun. Nach diesem 1: 1 setze ich der Mannschaft und mir ein neues Ziel. Ich will am Ende der Meisterschaft am 28. Mai sagen können, dass die Grasshoppers in der Rückrunde auf dem Hardturm von keinem Gegner besiegt wurden. Das ist immer noch möglich.
Sie versuchen, aus diesem doch enttäuschenden 1: 1 positive Erkenntnisse zu ziehen?
Ich könnte jammern über dieses zweite Unentschieden im eigenen Stadion. Aber das entspräche nicht meiner Art. Also erkläre ich lieber: Wir sind zu Hause noch ungeschlagen. Ich muss positiv denken, ich will positiv denken – und ich will auch positiv reden.
Ein 1: 1 gegen Xamax ist für GC zu wenig.

Das stimmt schon, das Resultat ist ungenügend. Aber unser Spiel war besser, als es das Ergebnis wiedergibt.
Die Zahlen sprechen nicht für Sie und GC: Zwei Punkte aus den ersten drei Spielen, zwei davon auf dem Hardturm ausgetragen, sind eine schwache Bilanz.

Es fehlt bei uns vor allem an der Qualität in der Offensive. GC hat den schwächsten Angriff der Liga, es hat in der Vorrunde fünf Tore weniger erzielt als Schaffhausen. Und in der Winterpause konnten wir uns ja wirklich nicht wesentlich verstärken. Wir verloren Nuñez, wir verpflichteten die unerfahrenen Hleb und Senesie.

Wenigstens ist uns in jedem Spiel der Rückrunde ein Treffer gelungen.
Was unternehmen Sie als Trainer gegen die mangelnde Offensivkraft?
Ich habe zwei Massnahmen getroffen. Cabanas spielt offensiver als unter meinen Vorgängern und erzielt nun auch Tore. Und ich verlange von der ganzen Mannschaft mehr Druck nach vorne, mehr Präsenz im Strafraum. Nun steht die Rückkehr von Eduardo unmittelbar bevor. Mit ihm werden wir im Angriff klar stärker sein.
Genügen denn Stürmer wie Rogerio, Muff, Hleb oder Touré für ein Team wie GC?
Rogerio spielt mit viel Einsatz, er ist unerschrocken, aber er spielt noch nicht auf dem Niveau, das man von einem Titular bei GC erwarten dürfte. Muff habe ich klar gemacht, dass er nun endlich seine Chance wahrnehmen und sich im Schweizer Spitzenfussball durchsetzen muss.

Hleb kann ich noch nicht schlüssig beurteilen. Er ist neu bei GC. Und der Afrikaner Touré hat wie kein anderer unter den winterlichen Verhältnissen gelitten. Es wird nicht nur für ihn Zeit, dass der Frühling kommt.
Sie werten es als positiv, dass GC in jedem Spiel einen Treffer erzielte. . .

( unterbricht) .. . das ist so. Und im Grossen und Ganzen werte ich unsere beiden Darbietungen auf dem Hardturm gegen YB und Xamax auch positiv. Die Einstellung war so, wie man es von GC- Spielern erwarten darf. In Basel war das nicht der Fall gewesen. Ein Platzverweis nach drei Minuten, ein wenig inspirierter Auftritt danach. Das war ja schrecklich.
Tatsache ist, dass GC in Basel 1: 4 verloren und gegen YB und Xamax 1: 1 gespielt hat. Ein einziges erzieltes Tor genügt eben in den seltensten Fällen zum Sieg. . .

( unterbricht erneut) .. . vor allem, wenn man einen Gegentreffer wie gegen Xamax zulässt. Da hat die Abwehr inklusive Torhüter Jehle schlecht ausgesehen. Jehle hat in diesem Frühling die Gelegenheit, sich als Goalie Nummer 1 bei GC zu bestätigen.

Er muss mit diesem Druck umgehen können, es liegt nun allein an ihm, ob er seine Chance wahrnehmen kann oder nicht.
Im Sommer kommt Coltorti aus Thun und wird die neue Nummer 1 von GC?
Ja, gehen wir einmal davon aus, dass Coltorti kommt. Das ist doch nichts als normal, damit muss Jehle umgehen können. Er muss alles dafür tun, sich in der Rückrunde gegen Eldin Jakupovic, unsere momentane Nummer 2, zu behaupten, er muss danach das Duell mit Coltorti bestehen. Einen solchen Zweikampf muss ein guter Goalie aushalten können. Ganz klar, dafür braucht es eine gewisse Ausstrahlung. Aber im Fussball herrscht Wettbewerb. Ihm hat sich jeder zu stellen, ob er nun Jehle, Jakupovic oder Coltorti heisst.

Und schliesslich kann Konkurrenz doch auch ein riesiger Ansporn sein.
Kein Ansporn sind die angekündigten Lohnreduktionen, über die bei GC mit den Spielern seit Wochen verhandelt wird.

Wenn Leute entlassen werden und wenn es weniger Lohn gibt, wird in keinem Betrieb gejubelt. Ich habe den Auftrag angenommen, das Beste aus der Situation zu machen.
Aber haben Sie sich Ihre Aufgabe bei GC derart schwierig vorgestellt?
Ich habe in den acht Wochen meiner Arbeit nicht das erreicht, was ich mir gewünscht hatte. In Basel sind Dinge geschehen, die nicht hätten geschehen dürfen. Da habe ich gespürt, dass sich mein Einfluss noch nicht bei allen Spielern durchgesetzt hat. Das hat mich enorm enttäuscht.
Was haben Sie aus Ihrer Sicht in den ersten acht Wochen bei GC konkret bewirkt?
Ich denke, die Mannschaft ist im Geist gesünder geworden. Die Stimmung ist in Ordnung, und viele Spieler sagen mir, es sei mehr Leben im Team als früher.
Und das bleibt auch so, falls GC weiterhin nicht gewinnt?
Ich hoffe es und ich vertraue darauf. Aber natürlich brauchen wir bald einen Sieg.
Die nächste Chance zum Gewinnen kommt schon am Mittwoch gegen Ihren langjährigen Klub Thun. Ein spezielles Spiel für Sie?
Nur bis der Match angepfiffen ist. Wir wollen endlich gewinnen. Und im Moment ist mir jeder Sieg sehr willkommen – ob gegen Thun oder einen anderen Klub.
« Ich muss positiv denken, will positiv denken – und ich will auch positiv reden. »
HANSPETER LATOUR
Jürg Meier, NZZ, 30.5.2007 hat geschrieben:Treffen wir einen Gleichgesinnten, fachsimpeln wir im Flüsterton. Fernsehübertragungen von GC-Spielen begehen wir in abgedunktelten Wohnungen, als wären es konspirative Treffen.

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Pyramus
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#3 Beitrag von Pyramus » 16.03.05 @ 9:28

16. März 2005, Neue Zürcher Zeitung





Coltorti, der Geduldige
Der Thun-Goalie und der lange Weg zurück zum GC




fcl. Thun, 15. März

Fabio Coltorti trägt grelle, gelbe Goalie-Pullover, alle Welt soll ihn sehen. Er ist kein Torhüter, der sich versteckt, niemand, der still lauert und dann urplötzlich aus der Unsichtbarkeit tritt und sich vor dem verdutzten Gegner auftürmt. Es gibt renommierte Goalies, die sich genau so verhalten und es in ihrer Unscheinbarkeit zu Weltruhm gebracht haben. Petr Cech vom Chelsea FC ist so ein Typ. Und dann gibt es die anderen, die lauten, schrillen Zeitgenossen, Oliver Kahn, den «Titanen» vom FC Bayern zum Beispiel. Oder eben Fabio Coltorti. «Wenn ich ihn dirigieren höre, ist es eine wahre Freude», sagt Urs Schönenberger, seit diesem Winter der neue Cheftrainer im FC Thun. Er findet nur lobende Worte, wenn er auf die Qualitäten des 24-Jährigen angesprochen wird. «Schwächen? Da fällt mir wirklich nichts ein», sagt der Coach, der Coltorti schon als B-Junior im FC Kriens betreut hat.

Die Bündelung der mentalen Kräfte
Seither sind viele Jahre vergangen. Wenn man ihn heute so sieht, den knapp zwei Meter grossen Mann mit den mächtigen Händen, den rund 100 Kilogramm Lebendgewicht und den mit Abstand besten Werten in der Super League (18 Gegentreffer in 19 Spielen), dann fällt es schwer zu glauben, dass es auch Zeiten des Zweifelns gegeben hat. Damals, als der gebürtige Tessiner in der 1. Liga in Vergessenheit zu geraten drohte. Als er übermotiviert in seinem ersten Spiel mit dem FC Schaffhausen die Beherrschung verlor und die rote Karte sah. Als er eine Psychologin um Rat fragte, wie seine Aggressionen besser zu kanalisieren wären. Bis heute steht ihm die Mentaltrainerin zur Seite, «bis ans Karrierenende wird das so bleiben und vermutlich darüber hinaus», sagt der gelernte Primarlehrer, der in die eigene Tasche greift, um sie zu bezahlen. «Sehr, sehr entscheidend» sei die psychologische Hilfe für ihn gewesen. Die Erfolge der letzten Zeit seien auch auf diese Unterstützung zurückzuführen.

Erst die letzten dreieinhalb Jahre haben Coltorti auf eine andere Ebene katapultiert: 2001 noch in der 1. Liga mit Schaffhausen, 2002 der Aufstieg in die Nationalliga B, 2003 der Ruf aus Thun und die Arbeitsstelle in der höchsten Spielklasse, im Oktober 2004 schliesslich das Aufgebot ins A-Nationalteam. Sein Entdecker Milan Sarovic, der ihn im Jahr 2000 zu den Grasshoppers geholt hatte, hat die Entwicklungsschritte so erwartet. Zum Spitzengoalie müsse er aber noch einige technische Mängel beheben, sagt Sarovic, heute Goalietrainer im FC St. Gallen. Zusammen mit dem damaligen GC-Trainer Hanspeter Zaugg war Sarovic der junge Coltorti in der U-21-Auswahl aufgefallen. Im Alter von erst 20 Jahren unterschrieb er einen Vertrag im GC - und wurde sofort wieder an seinen Stammklub Kriens ausgeliehen. Anders als der GC-Goalie Peter Jehle hat Coltorti seinen Weg ausserhalb der Stadionmauern des Hardturms gesucht, erst in Schaffhausen, dann in der Saison 2003/04 in Thun. Überall hat er sich häuslich niedergelassen, er wollte kein Pendler sein, der nirgends daheim ist.

Der Dank an den FC Thun
Im Sommer scheint seine Zeit im Grasshopper- Club anzubrechen. Ende Saison läuft der Leihvertrag im Berner Oberland aus, sein Kontrakt mit GC ist bis 2007 datiert. Und seit Hanspeter Latour in diesem Winter an die Limmat gewechselt hat, «ist die Ausgangslage für den FC Thun noch etwas ungünstiger geworden», sagt der Sportchef der Berner, Werner Gerber. Er werde zwar alles daransetzen, Coltorti am Thunersee zu halten, aber realistischerweise werde er den Verein wohl verlassen. Ende Jahr, als der Abgang Latours bekannt geworden war, hatte GC den Thunern bereits ein Tauschgeschäft vorgeschlagen - Jehle plus ein finanzielles Zubrot für Coltorti. Der Berner Verein lehnte ab, und Coltorti blieb, «auch als Dank, weil mir Thun damals die Chance geboten hat, in der höchsten Klasse zu spielen». Im Sommer aber wird Coltorti nach Zürich umziehen. Das entspreche unabhängig von seiner Person einer gewissen Logik, sagt Latour, und Coltorti selber meint vorsichtig, dass es «wahrscheinlich» passieren werde. Abseits des Rasens ist der Goalie kein Schreihals, er wählt die Worte mit Bedacht.

Und das Duell gegen Jehle? Am Mittwoch, wenn der FC Thun auf GC trifft, konzentriere er sich nur auf die eigene Mannschaft; wer auf der anderen Seite im Tor stehe, interessiere ihn nicht. Die Frage ist, ob das auch für Jehle gilt, wenn er heute im Hardturm auf seinen mutmasslichen Nachfolger trifft. Sofern er denn überhaupt das Vertrauen von Latour bekommt und dieser ihm nicht den jungen Torhüter Jakupovic vorzieht.
Jürg Meier, NZZ, 30.5.2007 hat geschrieben:Treffen wir einen Gleichgesinnten, fachsimpeln wir im Flüsterton. Fernsehübertragungen von GC-Spielen begehen wir in abgedunktelten Wohnungen, als wären es konspirative Treffen.

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Pyramus
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#4 Beitrag von Pyramus » 16.03.05 @ 9:37

Tages-Anzeiger» vom 16.3.2005, Seite 49


N E U E G E S I C H T E R ( 5 )

Der Umsteiger
Ein Transfer von Dortmund könnte auch als Abstieg verstanden werden. « Wieso Abstieg? » , fragt Sahr Senesie, Jahrgang 85. « Ich habe beim BVB nicht gespielt. Ich versuche nun, bei GC einen Stammplatz zu ergattern. In meinem Alter muss ich spielen. » Er spielt in der deutschen U- 21 regelmässig hinter den Spitzen. 10 Einsätze hatte er in Dortmund, davon achtmal als Ersatz. Dieter Eilts, sein Trainer im Nationalteam, riet ihm zum Schritt in die Schweiz.

In Sierra Leone wurde Senesie geboren, dreijährig kam er mit den Eltern nach Berlin, nach dem Aufgebot für die U- 14 liess er sich einbürgern, mit 15 wechselte er nach Dortmund und wohnte im Spielerinternat. Für ein halbes Jahr ist der Offensivspieler nun leihweise bei GC, daneben begann er an sein Wirtschaftsstudium an der Fern- Uni Hagen. Der Hardturm soll für ihn nur Durchgangsstation sein, hier will er « einen Schritt nach vorne machen » . In den ersten Einsätzen allerdings hat er im rechten Mittelfeld keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, zuletzt sass er gegen Xamax auf der Bank. Trainer Hanspeter Latour will ihm Zeit zur Entwicklung lassen, es sei etwas anderes, bei GC unter Druck zu stehen, als in Dortmund Ersatz zu sein.

Senesie will GC Ende Mai als reiferer Spieler wieder verlassen. Im Sommer wird Dortmund das Personal sortieren und Schulden abbauen müssen. Senesies Vertrag läuft bis 2008. Eine Ersatzvariante für ihn soll aus der Premier League vorliegen, erzählt er. Der Umstieg wäre dann wieder ein Aufstieg. Sicher. ( ukä.)
Jürg Meier, NZZ, 30.5.2007 hat geschrieben:Treffen wir einen Gleichgesinnten, fachsimpeln wir im Flüsterton. Fernsehübertragungen von GC-Spielen begehen wir in abgedunktelten Wohnungen, als wären es konspirative Treffen.

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#5 Beitrag von Bluespirit » 16.03.05 @ 10:16

Sofern er denn überhaupt das Vertrauen von Latour bekommt und dieser ihm nicht den jungen Torhüter Jakupovic vorzieht.
Nei sorry,aber wenn dä Latour das macht,denn entdüscht er mich aber als Trainer!!!! Er chan doch nöd scho noch 3 Spiel kei Vertraue meh ha zum Jehle?! :shock: Mann,i würds zwar mega schad finde wenn dä Jehle würdi go,aber langsam wünsch ich ihm echt,das er en andere Club findet,wo meh vertraue zu ihm het und wo er chan ufblüe...!!!!
>----für ä suberi Stadt...nume GC Züri!!----<

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#6 Beitrag von alkmae » 16.03.05 @ 10:26


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#7 Beitrag von Bluespirit » 16.03.05 @ 10:44

Jo sorry i weiss säg jo scho nüt meh.....
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#8 Beitrag von alkmae » 16.03.05 @ 10:52

Bluespirit hat geschrieben:Jo sorry i weiss säg jo scho nüt meh.....
Ez muesch nid trötzlä! :roll:

S'isch eifacher wenn alli themebezognä biiträg im gliiche thread sind, suscht muen mer jo alli meinige us 15 verschiedene threads go zämäsuechä! hett jo ken vorwurf söllä sii!

greetz alkmae

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Pyramus
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#9 Beitrag von Pyramus » 17.03.05 @ 9:46

«Tages-Anzeiger» vom 17.3.2005, Seite 39


Der Abend des Rückkehrers Eduardo

Gegen seinen alten Klub Thun kam Hanspeter Latour im vierten Spiel als GC- Trainer zum ersten Sieg. Eduardo erzielte das Tor zum 1: 0.

Von Ueli Kägi, Zürich

Ein grosser Teil spendete warmen Applaus. Auf der Haupttribüne erhob sich ein kleiner Teil zur stehenden Ovation. Die Zuschauer im Hardturm hatten Grund für ihre Zufriedenheit. Eduardo verliess den Rasen, als 57 Minuten gespielt waren. Er hatte mit dem Tor zum 1: 0 gegen den drittplatzierten FC Thun die entscheidende Arbeit des Abends geleistet. Ausgerechnet Eduardo. Erstmals stand er gestern im Einsatz seit den 31 Spielminuten im vergangenem August. Richtig gespielt aber hat er praktisch ein ganzes Jahr nicht mehr. Sein letztes Tor datierte vom 18. April 2004, danach musste er seine Patella- Sehne wegen nicht erfolgreicher erster Behandlung gleich zweimal operieren lassen.

Der Wunsch nach einem zweiten Sieg

Am Morgen nach dem Abschlusstraining erst hatte sich Hanspeter Latour entschieden, den brasilianischen Stürmer von Beginn an einzusetzen. Als das Spiel ganz zu Ende war, der langjährige Thuner Latour zum ersten Mal überhaupt im vierten Spiel als GC- Trainer und die Grasshoppers erstmals nach acht sieglosen Spielen im Hardturm gewonnen hatten, stand der 57- Jährige in den Katakomben und sagte: « Gottlob hatten wir Eduardo.

Der probierte, der lief, der versuchte alles. Und er erzielte das Tor. » Die Prognose ist nicht gewagt: Ohne den 24- jährigen Offensivspieler hätte GC kein Tor erzielt. Von einem Arbeitssieg sprach Latour auch – « aber ein wichtiger » . Sagte, dass man seinem Team vor allem in den ersten Minuten die Last der Negativserien angemerkt hätte. « Wir sind etwas zu lange dem Gegner nachgelaufen » , fand er. Und deshalb: « Dieser Erfolg ist kein Grund zur Euphorie. » Einen zweiten Sieg wünscht sich Latour jetzt, nur so könnten die Spieler ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen.

Am Sonntag spielt GC in Aarau.

Starker Cabanas, schwacher Muff

Gestern hatte der Rekordmeister lange Zeit Mühe gehabt, sein Spiel zu entwickeln. Er leistete sich gegen die unangenehm kompakten und bissigen Thuner in einer ersten Phase viele Fehlpässe und noch mehr verlorene Zweikämpfe im Mittelfeld. Er hatte wenig Ideen, und vor allem fehlte ihm neben dem starken Captain Cabanas ein zweites prägendes Element. Spycher blieb ohne Einfluss. André Muff konnte vor den Augen Köbi Kuhns in keinem Moment darlegen, weshalb er im WM- Qualifikationsspiel gegen Frankreich in Paris in 10 Tagen Nationalstürmer sein soll. Nicht abzusprechen aber war den Zürchern das Engagement, der Wille zum Offensivspiel. Dass und wie sie das einzige Tor erzielten, entsprang deshalb auch einer Logik: Spycher leistete sich an der Mittellinie den Abspielfehler, aber Cabanas erkämpfte sich gegen Renggli den Ball zurück. Und Klasse hatte, wie er mit seinem schwächeren linken Fuss Eduardo in die Tiefe schickte. Coltorti war gegen den Lob chancenlos, auch weil er aus dem Tor gestürmt war und dabei wohl seinen einzigen Fehler des Abends beging. Im Sommer wird der Thuner Goalie auf den Hardturm wechseln und Jehle als Nummer 1 ablösen. Im Duell der beiden Torhüter hatte Coltorti gestern ganz leichte Vorteile. Er verhinderte in der 38.

Minute das 0: 2, als er einen Schuss Eduardos grossartig aus der hohen Ecke in Corner lenkte. Er wirkte in allen anderen Aktionen stilsicher. Jehle hatte sich schon in der 6. Minute die Unsicherheit geleistet, die GC ins Elend hätte stürzen können. Mit Glück überstand die Mannschaft seinen Ballverlust gegen Gelson am Strafraum ohne Schaden. Später aber gelangen dem Liechtensteiner seine guten Paraden gegen Lustrinelli ( 14.) und Milicevic ( 22.). Und viel mehr war für die Grasshoppers danach in der Defensive nicht mehr zu tun.

Grasshoppers - Thun 1: 0 ( 1: 0). Hardturm. – 4100 Zuschauer. – SR: Lapperière. – Tor: 34. Eduardo 1: 0. – GC: Jehle; Lichtsteiner, Mitreski, Stepanovs, Jaggy; Chihab ( 89. Da Silva), Salatic, Spycher; Cabanas; Eduardo ( 57. Hleb), Muff. – Thun: Coltorti; Pallas, Milicevic, Deumi, Cerrone ( 62. Savic); Gerber, Renggli ( 59. Aegerter), Baykal, Raimondi; Lustrinelli, Gelson ( 73. Ferriera). – Bemerkungen: GC ohne Touré, Schwegler ( beide verletzt) und Seoane ( gesperrt). Thun ohne Sinani ( verletzt). 1. Spiel von Eduardo nach neunmonatiger Verletzungspause. Verwarnungen: 29. Muff ( Hands). 39. Lustrinelli ( Unsportlichkeit). 49. Chihab ( Foul). 72. Spycher ( Foul).
Jürg Meier, NZZ, 30.5.2007 hat geschrieben:Treffen wir einen Gleichgesinnten, fachsimpeln wir im Flüsterton. Fernsehübertragungen von GC-Spielen begehen wir in abgedunktelten Wohnungen, als wären es konspirative Treffen.

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der Sperber
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#10 Beitrag von der Sperber » 17.03.05 @ 9:51

alkmae hat geschrieben:
Bluespirit hat geschrieben:Jo sorry i weiss säg jo scho nüt meh.....
Ez muesch nid trötzlä! :roll:

S'isch eifacher wenn alli themebezognä biiträg im gliiche thread sind, suscht muen mer jo alli meinige us 15 verschiedene threads go zämäsuechä! hett jo ken vorwurf söllä sii!

greetz alkmae
Meiner Meinung nach handelt es sich hier nicht um ein sog. "trötzeln". Dies hätte in etwa Folgendermassen ausgesehen: "ja guet dänn säg i halt nüt me!" Das oben stehende Zitat klang eher nach Einsicht.

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