Der GCZFORUM-Buchtipp-Thread

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yoda
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Re: Der GCZFORUM-Buchtipp-Thread

#11 Beitrag von yoda » 15.11.19 @ 18:21

Richard Bachman, Todesmarsch.

Erinnert mich an unser Niederhasli.
Möge die Macht mit uns sein, immer!

Platzwart
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Re: Der GCZFORUM-Buchtipp-Thread

#12 Beitrag von Platzwart » 03.03.20 @ 0:08

Andreas Eschbach: NSA - Nationales Sicherheits-Amt

https://www.weltbild.ch/artikel/ebook/n ... gK-yfD_BwE

Andreas Eschbach. Der in meinen Augen meist unterschätzte deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart. Von der Kritik oft auf die Science-Fiction-Komponente und das "Jesus-Video" reduziert. Völlig zu unrecht.

"NSA" ist im Prinzip eine Adaption des Werkes "1984“ von George Orwell. Ähnlich wie "1984" ereignet sich die Handlung in einem, für unsere Augen, absurden, ja grotesk anmuteten, allumfassenden totalitären Gesellschafts- und Herrschaftssystem. Waren es bei Orwell fiktive (pseudo-) rivalisierende kommunistische Staaten, welche die Weltherrschaft unter sich aufgeteilt haben, sind es bei Eschbach die Nazis mit Computern & Handys bzw. Volkstelefonen. Wie bei Orwell ist die Liebe der Auslöser weshalb sich die - an und für sich völlig apolitsche - Hauptfigur in den Abgründen des Systems verfängt. Und wie bei Orwell ist der letzte Teil des Werkes... - stopp, ich will ja nicht "spoilern".

Nun, aus welchem Grund soll man, wenn man keinen Nazi-Fetisch hat, "NSA" lesen wenn ja eigentlich alles gleich wie bei "1984" ist? Weil "NSA" das bessere "1984" oder zumindest für unsere Gegenwart, das wichtigere Buch ist.

Beschreibt Orwell die technologischen Repressionsmittel des Regimes spekulativ futuristisch und in der konkreten Struktur ihrer Anwendung sehr vage, existieren diese bei Eschbach bereits oder liessen sich zumindest mühelos technologisch umsetzen - mit Ausnahme des abgeschafften Bargelds. Vage ist hier nichts... Auch gelingt es Eschbach, allerdings auf Kosten eines viel grösseren Textumfanges, seinen Figuren mehr Tiefe zu verleihen. Und wo Orwell sich teilweise in den Fussangeln seiner ideologischen Verbohrtheit verheddert, kann man sich bei Eschbach, trotz der bedrückenden Schwere des Werkes, ein Grinsen ab und zu nicht verkneifen. Seine satirische Umkehrung der Konstruktion von Geschlechterstereotypen im EDV-Bereich: Ganz grosses Kino!

Orwell bezeichnete „1984“ selbst als „Utopie in Form eines Romans“. „NSA“ ist ein Weckruf vor der Realität. Die technologischen Mittel existieren, die Menschen die diese einsetzen auch.

https://www.srf.ch/news/international/w ... te-chinese

Ach ja, Dietmar Hopp ist ein Hurensohn :lol:

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