Presse Thread

Alles rund um den Grasshopper-Club Zürich
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EsgittnureinVerein
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Re: Presse Thread

#28961 Beitrag von EsgittnureinVerein »

Mal ein positiver Bericht im TA.

GC-Leader Dominik Schmid
«Da haute es mir eine Sicherung raus»
Dominik Schmid staucht seine Mitspieler auch mal zusammen. Wenn allerdings Captain Abrashi laut wird, wechselt er die Rolle.

Marcel Rohner
Publiziert heute um 10:43 Uhr

Zwei Haken, ein Tunnel, ein Schlenzer, Emmanuel Latte Lath hat wenig Gegenwehr, als er durch den Strafraum der Grasshoppers tanzt und sein erstes Super-League-Tor schiesst. St. Gallen jubelt, und Dominik Schmid verwirft die Hände, er holt den Ball aus dem Tor und ruft: «Hey, Jungs! Vier gegen einen!» Weil er nahe bei einem Mikrofon steht, ist das im Fernsehen zu hören.

Auf die Szene angesprochen, lacht Schmid, als hätte man ihn bei etwas Peinlichem erwischt. «Ich bin keiner, der grundlos Leute anschreit», sagt er. Vor jener Partie aber hatte Trainer Giorgio Contini noch gewarnt, dass St. Gallen wie die Feuerwehr loslegen würde; prompt trifft Latte Lath in der 5. Minute. «Da haute es mir eine Sicherung raus.»

Rückschlag beim FC Basel
Das alles ereignet sich Anfang August, und es zeigt, wofür Schmid in diesem GC steht. Er ist zum Führungsspieler geworden, und das, obwohl er erst 24 ist. Er kann es sich leisten, seine Mitspieler zusammenzustauchen. «Das muss man sich erarbeiten», sagt er.

Schmid war einst beim FC Basel, 14 Jahre seines Lebens verbrachte er dort, er war nahe an der ersten Mannschaft, ein Talent, das war früh klar. Irgendwann aber wurde ihm geraten, sich ausleihen zu lassen. Für den jungen Mittelfeldspieler war das ein Rückschlag; es gab Zeiten, da fragte er sich, ob sich das überhaupt alles lohnen würde.

Challenge statt Champions League
Heute ist Schmid froh um seine Erfahrungen. «Ich habe gelernt, mit Situationen umzugehen, die man als Fussballer nicht so gern hat», sagt er. Ausgeliehen zu sein ist so etwas, auf der Bank zu sitzen, von der Tribüne zuzuschauen, wie die Kollegen spielen. Schmid war im Kader, als Basel zu Manchester United reiste, dann hiess es plötzlich: Challenge statt Champions League, Bergholz statt Old Trafford.

Im Sommer 2020 kam Schmid zu den Grasshoppers. Er ging fast etwas unter, weil er aus Wil kam und nicht aus Portugal oder von den Wolverhampton Wanderers. Vielleicht tat ihm genau das gut. Der Anfang sei holprig gewesen, sagte er einmal. Schmid spielte zu Beginn nicht immer, erst im Verlauf der Saison 2020/21 wurde er zum Leistungsträger, irgendwann sogar unverzichtbar. Aus dem aktuellen Kader ist er hinter Amir Abrashi und Petar Pusic der Spieler mit den drittmeisten Einsätzen für GC.

Die Zweifel verschwanden, die Gedanken an den FCB wurden von Tag zu Tag weniger. Im Frühling wurde er, der frühere Basler, von den GC-Fans zum Spieler der Saison gewählt, es war eine logische Wahl, keiner bewegte sich so konstant auf einem hohen Niveau wie er. Er übernahm Verantwortung, als es nicht lief; im Februar und März gewann GC achtmal in Folge nicht.

Heute ist die Gefühlslage umgekehrt. Nach sieben Spieltagen stehen die Grasshoppers auf Rang 4, im ersten Spiel wurde Schmid noch ausgewechselt, danach nie mehr. Trainer Contini hat mit ihm einen robusten Spieler, der in seiner Karriere nie gross verletzt war. Zudem ist er flexibel einsetzbar, auf rechts, auf links, im zentralen Mittelfeld, nichts, was er noch nicht gespielt hat. Als es bei GC um den Aufstieg ging, kam Interimstrainer Zoltan Kadar sogar auf die Idee, Schmid in der Innenverteidigung einzusetzen.

Er räumt hinter Abrashi auf
Den schönen Saisonstart verdankt GC seinen Spielern mit individueller Klasse, da gehört Schmid dazu; Goalie André Moreira, Verteidiger Ayumu Seko, dessen japanischer Landsmann Hayao Kawabe, Künstler Giotto Morandi und Torjäger Renat Dadashov sind andere. Dieser vierte Rang rührt aber auch vom Charakter des Teams her, vom «extremen Willen», wie Schmid sagt. Viermal lag GC schon im Rückstand und holte danach Punkte, «die anderen wissen jetzt, dass ein Tor zur Pause gegen uns nicht reicht.

Die GC-Spieler beziehen sich in diesen Wochen oft auf die Medien. Sie haben gelesen, dass nicht besonders viel von ihnen erwartet wurde. Trotz steckt in ihren Leistungen, eine Jetzt-erst-recht-Mentalität hat sich breitgemacht, Schmid sagt: «Wir sind eine verschworene Gruppe, wir haben uns, und niemand anders hilft uns weiter.» Dieses Mosaik an Spielern, die von überallher kommen (eine Auswahl: China, Japan, Nigeria, Ungarn, Brasilien, Aserbeidschan), sieht er als Stärke.

Diese Grasshoppers brauchen Konstanten wie Schmid, sie brauchen auch Georg Margreitter, den Innenverteidiger mit viel Erfahrung, und Abrashi, den Captain, der auch mal laut wird. Schmid hat seine Aufgabe darin gefunden, mit den jungen Mitspielern zu reden und sie zu unterstützen, wenn Abrashi ihnen im Training etwas zu deutlich zu verstehen gibt, was sie falsch machen.

«Amir ist härter als ich», sagt Schmid, «die Jungen haben zum Teil Schiss vor ihm. Ich erkläre ihnen, dass er es nicht böse meint, eine perfekte Mischung.» Wer schon einmal mit Abrashi zu tun hatte, weiss, was Schmid meint; der Thurgauer kann sich in seinen Emotionen verlieren, ist aber ein herzensguter Mensch.

Abrashi und Margreitter sind die Spieler, die in der Hierarchie der Captains vor Schmid stehen. Wenn sie fehlen, trägt er selbst das Stück Stoff am Oberarm. «Mir wäre es lieber, nie Captain zu sein, weil das bedeutet, dass Amir und Georg fit sind», sagt Schmid; er sei aber dankbar für die Aufgabe, sie bringe ihn weiter in seiner Entwicklung.

Und es wird noch einmal deutlich: Einen wie Schmid kann GC ganz gut gebrauchen.
Ja das isch öisi Wält,...

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Eren
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Re: Presse Thread

#28962 Beitrag von Eren »

also irgendwie wächst mir dieser GC haufen ausgabe 22/23 immer mehr ans herz. eine bunt zusammengewürfelzte truppe, die trotz aller schwächen und fehler irgendwie nicht gleic klein beigibt und die mannschaft immer als ganzes zuerst kommt. dazu eben diese stehaufmännchen und ewigen kämpfer wie abrashi, margreitter, moreira und kawaba oder die jungen wie schmid, momoh oder dadashov, die mit viel herz und offensichtlicher freude an ihrem beruf das ganze so positiv wie möglich angehen.
es gab sicher schon talentierete mannschaften und grössere namen im GC dress, aber mir gefällt der heurige haufen wirklich immer besser :mrgreen:
Aut inveniam viam aut faciam :!:

Dbidu
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Re: Presse Thread

#28963 Beitrag von Dbidu »

Vermutlich hat Marcel Rohner vom Tagesanzeiger einfach die Berichte von der BZ Basel und der Basler Zeitung übernommen und ein wenig ab geändert, darum ist der Bericht von Schmid gut heraus gekommen.
Kann jemand die Berichte von der BZ Basel und der Basler Zeitung rein kopieren?

tnt
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Re: Presse Thread

#28964 Beitrag von tnt »

Dbidu hat geschrieben: 10.09.22 @ 20:49 Vermutlich hat Marcel Rohner vom Tagesanzeiger einfach die Berichte von der BZ Basel und der Basler Zeitung übernommen und ein wenig ab geändert, darum ist der Bericht von Schmid gut heraus gekommen.
Kann jemand die Berichte von der BZ Basel und der Basler Zeitung rein kopieren?
Der Artikel in der Basler Zeitung ist von Marcel Rohner, von sich selbst kann er ja wohl kaum abschreiben ;-)

BZ hat geschrieben:Einst war Dominik Schmid das Gesicht des «Für immer Rotblau»-Konzeptes beim FCB, jetzt ist er Leader bei GC und sagt, was Basel fehlt

Er sollte das «Für immer Rotblau»-Konzept verkörpern, dann wurde er abgegeben. Jetzt ist Dominik Schmid einer, der dem FC Basel guttun würde.
Céline Feller 10.09.2022, 05.00 Uhr

Natürlich könne er sich an diesen Moment erinnern. Und würde er dabei nicht nicken, sein Blick ­allein hätte gereicht. «Das war ein schöner Moment, den ich ­immer in Erinnerung behalten werde. Aber ich bin ehrlich: Ich habe schon ziemlich gezittert», erzählt Dominik Schmid.

Es geht um den Moment vom 20. Juli 2017. Schmid nimmt erstmals an einer Pressekonferenz teil, sitzt direkt neben Matías Delgado. Neben diesem sitzen ausserdem noch Bernhard Burgener, Marco Streller und Raphael Wicky. Zu dieser Zeit sind sie Captain, Präsident, Sportchef und Trainer des FC Basel. Und Schmid, er ist das Gesicht des Konzepts «Für immer Rotblau». Das Gesicht eines Neuanfangs, das Gesicht der Talentschmiede namens FCB-Campus.

Rund fünf Jahre später wartet Dominik Schmid auf sein Interview. Ebenfalls auf dem Campus, aber dieses Mal jener des Grasshopper Clubs Zürich, nicht mehr jener auf der Brüglinger Ebene. Seit gut zwei Jahren ist der GC seine fussballerische Heimat.

Erst die Sinnfrage, dann die Genugtuung

«Ich fühle mich pudelwohl hier», sagt er zu Beginn. Wieso sollte er das auch nicht tun? Der Ex-Basler, der aus Kaiseraugst kommt, steht mit GC so gut da, wie das wohl niemand gedacht hatte vor der Saison. Rang vier nach sieben Runden und vor dem Duell gegen den FCB am Sonntag nur drei Punkte hinter dem Leader St.Gallen. «Zu Beginn der Saison war das Momentum nicht auf unserer Seite, weil viele geschrieben haben, dass wir der grösste Abstiegskandidat sind. So haben sie uns eingeschätzt», erzählt Schmid und fährt fort:

«Wir haben das auch dem Trainer zu verdanken, dass er uns da den Rücken freige­halten hat, gar keine Bedenken hatte. Er hat uns gesagt, dass wir genau das zu unserem Vorteil machen sollen: Dass wir nichts zu verlieren haben.»

Dass die Hoppers genau das Gegenteil der öffentlichen Erwartung geliefert haben, ist nach den vergangenen, turbulenten Jahren tatsächlich überraschend. Fragt man den 24-Jährigen, gibt es aber noch weitere, wichtigere Gründe für den Höhenflug: «Wir hatten nicht so viele Transfers diesen Sommer. Das ist das, was wir gebraucht haben. Nicht wieder viele Abgänge und Neuzugänge. Das bringt alles ein bisschen durcheinander. Das ist wohl der Knackpunkt. Dass wir keine grossen Veränderungen hatten, vor allem in der Startelf plus minus die gleiche Mannschaft haben wie in der vergangenen Saison. Das hat uns zusammengeschweisst und widerspiegelt sich auch auf dem Platz.»

Man sei eine eingeschworene Truppe, mache viel gemeinsam in der Freizeit, jeder kenne jeden fast auswendig. Und der Kern des Teams, so sagt es Schmid, werde immer grösser. Mittendrin ist er. Leader, Führungsfigur, phasenweise gar Captain.

Die schwierige Zeit in Lausanne

Etwas, was nach schwierigen Jahren für ihn ebenso wenig zu erwarten war wie GCs fulminanter Saisonstart. Wenige Wochen, nachdem Schmid als Gesicht des neuen Konzeptes in Basel präsentiert wird, schlittert der FCB in eine erste Krise. Gefragt sind in diesen Zeiten Routiniers, keine Rookies. Schmid spielt kaum mehr – «was man, wenn man selbstkritisch genug ist, auch verstehen muss» – und wird nach einem halben Jahr nach Lausanne ausgeliehen.

«Lausanne war keine einfache Zeit», sagt er über seine Leihe im Waadtland. Es ist das erste Mal, dass er allein wohnt, allein alles koordinieren muss.

Auf ein Jahr bei Lausanne folgen eineinhalb Jahre bei Wil. Wieder ausgeliehen, wieder, weil der FCB keinen Platz für ihn sieht. Wirklich viel Einsatzzeit? Auch in Wil Fehlanzeige. «Ich war frisch da, habe da auch nicht gespielt, bei einem Challenge-League-Klub ohne grosse Ambitionen auf den Aufstieg. Sechs Monate davor sass ich noch bei einem Champions-League-Spiel auf der Bank. Da habe ich mir die Sinnfrage schon mal gestellt», gibt er ehrlich zu.

Auch, dass er damals auf die Frage, ob er den Wechsel zu Wil noch einmal machen würde, vielleicht verneint hätte, sich lieber durchgebissen hätte in Basel. «So wie ich jetzt aber da stehe, habe ich alles richtig gemacht.»
Einer, der dem FC Basel guttun würde?

Als Führungsspieler beim ­Rekordmeister. Das gebe Selbstvertrauen, klar. «Und eine gewisse Genugtuung ist es auch. Eben, weil es zuvor nicht immer wunschgemäss verlief.» Es passt aber auch gut zu diesem wohlüberlegten jungen Mann, dass er die positiven Seiten herausstreicht:

«Ich bin für all die wertvollen Erfahrungen, die ich beim FCB, bei Lausanne und bei Wil gemacht habe, sehr dankbar. Das hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.»

Er habe gelernt, mit den unschönen Seiten umzugehen, die genauso zum Fussball gehören, wie die schönen. «Jeder Fussballer, der sagt, er habe es immer nur gutgehabt und sich immer wohl gefühlt, der lügt.» Die Lehrjahre von Basel über Lausanne und Wil, «die haben sicher eine gewisse Reife in mir hervorgerufen.»

Seine Erfahrungen möchte er nun weitergeben an die jungen Spieler. «Der Verein lebt am Ende von den Jungen, auch bei GC.» Es sei nicht so, dass GC nur Ausländer einkaufe. Dion Kacuri, der gegen Winterthur das 1:0 erzielte, sei ein gutes ­Beispiel. «Solche Leistungen sind der Lohn der Arbeit und der Geduld des Trainerteams.» Letztere spiele eine wichtige Rolle, und Schmids Wertschätzung für Giorgio Contini, der ihn bereits in Lausanne förderte, ist gross.

Mit Contini habe er auch ausgemacht, dass er der Spieler ist, der sich um die jungen Mitspieler kümmert. «Wenn ich sie sehe, sehe ich mich, in Lausanne, wie sich kein Mensch für mich interessiert oder mir geholfen hat. Ich versuche jetzt mit den Jungen so zu reden und sie so zu unterstützen, wie ich es mir damals gewünscht hätte.»

Wenn man Dominik Schmid so zuhört, kommt man nicht um den Gedanken herum, dass einer wie er Basel vielleicht guttun würde. Einer zwischen Rookie und Routinier. «Eine Identifikationsfigur im Alter zwischen Andi Zeqiri und Fabian Frei fehlt in Basel schon», sagt Schmid vorsichtig. Ob er es wäre, der da hinpassen würde? «Das müssen andere entscheiden.»

Nur noch Xhala und Lang sind da

Böses Blut hegt er keines gegenüber jenem Verein, bei dem er 14 Jahre gespielt, sein Profi-Début und das Double gefeiert hat. Die Medaillen vom Meister-Titel und Cupsieg 2017 sind zwar nirgends aufgehängt – im Vergleich zur Aufstiegs­medaille mit GC – aber speziell werde die Verbindung nach Basel immer sein. Vom aktuellen ­Kader hat Schmid nur noch mit Taulant Xhaka und Michael Lang zusammengespielt, Davide ­Callà ist Assistenztrainer. Der Rest ist neu.

Und auch wenn Schmid kaum mehr jemanden kennt, das Spiel gegen den FCB ist ein Highlight. «Ich freue mich extrem darauf und denke, dass wir etwas holen können. Wenn man das Momentum anschaut, ist das auch auf unserer Seite. Daraus müssen wir jetzt Profit ziehen.»

Dbidu
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Re: Presse Thread

#28965 Beitrag von Dbidu »

Das ist ja gut, dass Rohner plötzlich positiv für uns schreibt.

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LivioZanetti
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Re: Presse Thread

#28966 Beitrag von LivioZanetti »

Dbidu hat geschrieben: 11.09.22 @ 7:07 Das ist ja gut, dass Rohner plötzlich positiv für uns schreibt.
Wer gegnerische Spieler als dumme, schwarze Strandfußballer bezeichnet, sollte einfach gepflegt die Fresse halten..
3.8.18
Das Ziel der Hopper ist klar: «Wir wollen einen Europa-League-Platz erreichen», sagt Fink. «Das liegt mit dieser Mannschaft drin.»

12.5.19
Der Rekordmeister steigt nach einer 0:4 Niederlage in Luzern in die Challenge League ab.

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blasta
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Re: Presse Thread

#28967 Beitrag von blasta »

Und dann rennt auch noch der Ersatzgoalie den Abwehrchef um
Ein verletzter Stammgoalie, zwei Platzverweise, fünf Gegentore – bei der zweiten GC-Niederlage geht schief, was schiefgehen kann.

Florian Raz
Publiziert: 11.09.2022, 18:28

Bitterer Nachmittag für Justin Hammel: Mit GC verliert der eingewechselte Goalie gleich mit 1:5.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)
Eigentlich ist es das Stadion, von dem er in seiner Kindheit geträumt hat. Justin Hammel ist im Speckgürtel von Basel aufgewachsen, er war bis zur U-21 beim FCB. Erst im Sommer hat er nebenan in Liestal das Sportgymnasium abgeschlossen. Jetzt darf er als 21-Jähriger unverhofft im St.-Jakob-Park ins Tor stehen.

Er tut es zwar im Trikot der Grasshoppers und nicht in dem seines Stammclubs. Trotzdem muss das Adrenalin wie verrückt in ihm pumpen, als er in der 25. Minute für den verletzten André Moreira eingewechselt wird. Vielleicht will er darum zu viel bei seinem Debüt in der höchsten Schweizer Liga. Vielleicht spielt ihm auch bloss die Nervosität einen Streich.

Warum auch immer – Hammel stürmt in der 59. Minute übermotiviert aus seinem Strafraum. Sein Trainer Giorgio Contini hört ihn zwar brüllen. Aber Innenverteidiger Georg Margreitter offenbar nicht – oder es ist ihm egal. Am Ende liegen sie beide auf dem Rasen, ohne den Ball zu berühren. Hammel hat Margreitter umgerannt, Jean-Kévin Augustin wird fast gezwungen, sein erstes Tor für Basel zu erzielen. Es ist das 1:3 aus GC-Sicht, Amir Abrashi nennt es den «Genickbruch» für sein Team. GC verliert am Ende 1:5.

Contini nimmt danach Hammel in Schutz. Der GC-Trainer findet, seine Nummer 2 sei immerhin sehr entschieden aus dem Tor gerannt: «Ich finde es gut, wenn man Entscheidungen trifft.» Und: «Da könnte man als Margreitter auch mal zur Seite gehen.»

Weil es der Österreicher nicht tut, fasst die Szene einen Zürcher Auftritt perfekt zusammen, bei dem danebengeht, was danebengehen kann. Es fängt damit an, dass Contini seinem Team mit der Aufstellung nicht unbedingt hilft. Sein 4-1-4-1 lässt den Baslern ausgerechnet auf den Flügeln viel Raum. Dort fühlen sie sich am wohlsten, seit Alex Frei ihr Trainer ist.

Dazu kommt, dass die Personaldecke bei GC bereits jetzt reichlich dünn wirkt – in der 8. von 36 Runden. Um den Ausfall von Tsiy Ndenge zu kompensieren, stellt Contini zum Beispiel Ayumu Seko ins defensive Mittelfeld, der zuvor von 21 Spielen im Dress von GC deren 20 in der Innenverteidigung verbracht hat.

Es ist kein Zufall, dass der Japaner in der 71. Minute für ein unnötiges Foul auf Höhe der Mittellinie mit Gelb-Rot vom Platz fliegt. Er ist ebenso überfordert wie Li Lei erst als Links- und dann als Innenverteidiger. Dem Chinesen fliegen die Basler derart um die Ohren, dass man fast etwas Mitleid hat.

Schläfriger Beginn

Dazu kommt, dass GC schon zum sechsten Mal in dieser Saison in einem Spiel in Rückstand gerät. Weil die Mannschaft zu Beginn schläfrig wirkt wie beim 0:1 in der 3. Minute und dazu Goalie Moreira und Abwehrchef Margreitter beim 0:2 in der 17. Minute patzen, hilft ihr nicht einmal ein grosszügig gepfiffener Elfmeter. Immerhin den verwandelt Giotto Morandi vor der Pause zum 1:2.

Es bleibt ein Muster ohne Wert. Weil stimmt, was der Basler Taulant Xhaka nach dem Sieg seiner Basler feststellt: «Wir hatten mehr Qualität auf dem Platz.» GC tut darum gut daran, sich in der Aufbereitung seines Spiels auf sich selber zu konzentrieren. Und nicht auf Schiedsrichter Alain Bieri, zu dem Contini wohl nur halb im Scherz befindet: «Zuletzt hat er drei Rote Karten in einem Spiel gegeben. Heute waren es bloss zwei, also hat er sich verbessert.»

Natürlich könnte der Basler Darian Males vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz gehen. Und die Rote Karte gegen Noah Loosli in der 81. Minute auf Anraten des Video-Assistenten ist sehr hart. Aber das Spiel verliert GC an diesem Nachmittag ganz allein.
- - - der Auftrag ist klar - - -


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Graf Ray
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Re: Presse Thread

#28969 Beitrag von Graf Ray »

Gamboa hat geschrieben: 13.09.22 @ 10:48 No comment :roll:
https://www.nau.ch/sport/fussball-int/s ... c-66273814
Logisch schützt er den eigenen Schiri - Males hätte auch fliegen müssen....
ES LÄUFT DAS GRÖSSTE EXPERIMENT IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT - UND DU BIST DABEI

Score
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Re: Presse Thread

#28970 Beitrag von Score »

Ich versteh weder bei Politiker und CEO‘s noch bei Schiris, warum man keine Fehler eingestehen darf. Alle genannten reden sich immer um Kopf und Kragen um offensichtliche Fehler nicht zugeben zu müssen. Dabei macht jeder Mensch Fehler und es wäre nichts als mormal diese auch einzugestehen. Ja es wäre sogar einfacher solche Situationen akzeptieren…

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