Quo vadis GC?

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Fuessballer Moldovan
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Re: Quo vadis GC?

#5081 Beitrag von Fuessballer Moldovan » 25.09.20 @ 11:17

Nachdem hier drin eine Zeit lang intensiv über die neue Eigentümerschaft und deren Pläne mit dem Verein diskutiert worden ist, wurde es in den letzten Wochen merklich ruhiger. Ich nehme an, dass dies mit der insgesamt doch recht ansehnlichen Transferausbeute zu tun hat, die nahelegt, dass es den Chinesen ernster ist, als man eine Zeit lang hätte meinen können. Zwischenzeitlich wich auch bei mir der anfängliche Optimismus nach der Verkündung des Führungswechsels gewissen Bedenken, als da ausser Trennungsmeldungen und unnötigem Nachtreten gegen ehemalige Verantwortliche so gar nichts kam. Mittlerweile bin ich aber wieder guten Mutes, dass unsere Zukunft um einiges rosiger wird als die jüngere Vergangenheit. Meines Erachtens ist die erfolgte Übernahme für unsere gebeutelten Hoppers eine einmalige Chance, die man einfach packen musste, selbst mit dem Risiko, dass es schief geht. Im Folgenden möchte ich euch aufzeigen, warum ich so denke.

Vorab sei aber gesagt: Über die moralische Seite des Ganzen müssen wir nicht lange diskutieren. User Oldie, dessen fundierte und sachliche Beiträge ich ohnehin immer gerne lese, hat die fragwürdigen Praktiken und die damit verbundenen Risiken glasklar aufgezeigt. Natürlich ist es eine Farce, dass so getan wird, als stünden die Wolves und GC nicht unter ein- und derselben Führung. Selbstverständlich ist es stossend, dass einer der reichsten und einflussreichsten Spielervermittler seine Finger mit im Spiel hat und seiner Klientschaft bei Bedarf wohl jederzeit einen Arbeitsplatz auf dem Campus verschaffen kann. Und nicht von der Hand zu weisen ist auch, dass es in diesem Spiel mehrere Marionetten gibt, die wohl lediglich als Anerkennung für geleistete Dienste bei der Kontaktvermittlung ins Boot geholt (Berisha und Haas) oder als Statthalter für die eigentlichen Drahtzieher vorgeschoben wurden (Sun, Wang, allenfalls gar Schuiteman). Wie lange die UEFA solchen Machenschaften noch zuschauen wird, ist ungewiss. Ebenso fraglich ist aber auch, ob sie dagegen überhaupt je wirksame Massnahmen finden wird. Man sieht ja beim Financial Fairplay exemplarisch, wie einfallsreich die Betroffenen sind, wenn es darum geht, solche Regulatorien zu umgehen. Und dann muss man halt auch sagen, dass der Profifussball mittlerweile - wie praktisch alles, wo viel Geld im Spiel ist - derart viele hässliche Seiten hat, dass man sich konsequenterweise eigentlich ganz davon abwenden müsste. So finde ich etwa die Debatte um sogenannte "Retortenclubs" wie Hoffenheim und Co. immer auch etwas heuchlerisch, kennen doch die meisten "Traditionsvereine" selber wenig bis keine Skrupel, wenn sich die Möglichkeit bietet, neue Geldquellen zu erschliessen.

Auch der oft gehörten Kritik, das sei nun nicht mehr "unser" GC, kann ich nur zum Teil zustimmen. Denn abgesehen davon, dass mittlerweile auch dem grössten Optimisten klar sein sollte, dass schlicht keine ernsthaften inländischen oder gar innerstädtischen Interessenten für die Aktienmehrheit der Grasshopper Fussball AG da waren - die hätten ja nun wirklich lange genug Zeit gehabt, sich zu melden - gibt es "mein" GC es bereits seit geraumer Zeit nicht mehr. Ich bin im Selbstverständnis der späten 80er- und frühen 90er-Jahre aufgewachsen, als der Club mit einem aus heutiger Sicht lächerlichen Budget von plus/minus 10 Mio. noch die klare Nummer 1 im Land war. Weit über Zürich hinaus von vielen geliebt - und vom ganzen Rest beneidet bis gehasst. Zwar hat man kaum je so dominiert, wie danach der FC Basel und aktuell YB - das Meisterrennen blieb nicht selten bis zum letzten Spieltag spannend und der Cup war sowieso eine Lotterie -, aber doch mit einer gewissen Regelmässigkeit Titel geholt und ab und zu für den einen oder anderen internationalen Höhepunkt gesorgt. Dann setzte im Fussball als Folge des Bosmanurteils eine radikale Veränderung ein. Die Transfersummen und die Spielergehälter gingen rasant in die Höhe, und aufgrund der boomenden Championsleague tat sich zwischen den grossen und kleinen Playern der Branche eine immer grösser werdende Schere auf. Der damalige Präsident Romano Spadaro hat es im Bestreben, den Verein zum CL-Stammgast zu machen, übertrieben und GC fast in den Ruin geführt. Wäre seine Hochrisikostrategie aufgegangen, hätte GC vielleicht eine Zeit lang die Rolle einnehmen können, die fortan der FC Basel spielte, der aber dank grosszügiger Anschubfinanzierung durch Gigi Oeri, modernem Stadion und sprudelnden Zuschauereinnahmen langfristig die wesentlich besseren Aussichten hatte. Bei GC folgte die kurze Ära Gut/Gerber, als man mit ungeheurem finanziellem Aufwand trotz mässigem Sachverstand die letzten nationalen Glanzpunkte setzen konnte. Und dann setzte die gut 15 Jahre dauernde Ödnis ein, in welcher die einst so stolzen Grasshoppers unter ständig wechselnden und teilweise auch zwielichtigen Führungsfiguren mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit verschwanden, mit dem Hardturm ihre geliebte Heimat verloren und bisweilen gar zur Lachnummer verkamen. Ein kurzer Hoffnungsschimmer mit Cupsieg und Vizemeisterschaft war uns noch vergönnt, aber scheinbar waren auch diese Erfolge vom damaligen CEO Dosé mit Geld erkauft worden, das man gar nicht hatte. An diesem millionenschweren strukturellen Defizit vermochte auch sein Hauptkritiker und späterer Nachfolger Anliker nichts zu ändern - am sportlichen Erfolg dagegen umso mehr. Die stets gepredigte Rückkehr zur Bescheidenheit machte sich unter ihm nur auf dem Platz bemerkbar, nicht aber in der Führungsetage. Und 2018 gipfelte diese jahrelange Misswirtschaft dann im einst kaum für möglich gehaltenen Abstieg, womit ein neuer Tiefpunkt erreicht war.
Was ich damit sagen will: "Mein" GC muss einen gewissen Stolz, eine gewisse Professionalität und ja, so plump es auch klingen mag, einfach auch einen gewissen Erfolg haben. Dahin will ich wieder zurück. Denn das ist unsere Identität. Wir haben keine andere. Wir waren nie der Stolz einer ganzen Region, ja nicht einmal einer ganzen Stadt. Wir taugen nicht als sympathischer Aussenseiter, der Jahr für Jahr Rang 5-8 als Ziel vorgibt und für den eine Cupfinalteilnahme alle 15 Jahre das Höchste der Gefühle ist. Und schon gar nicht gehören wir in die Niederungen der Challenge League. Eine gewisse Zeit lang mag das vielleicht funktionieren, wenn gleichzeitig die Perspektive da ist, dass es in absehbarer Zeit mit einem neuen Stadion wieder aufwärts geht, aber länger nicht.

Ich glaube, den allermeisten von euch geht es ebenso. Wie oft wurde in den vergangenen Jahren hier im Forum der Wunsch geäussert, es möge doch endlich ein "Investor" gefunden werden, der unseren Club wieder auf Vordermann bringt. Ich hatte dabei aber stets den Eindruck, dass längst nicht allen klar ist, was dieses Wort genau bedeutet. Ein Investor ist jemand, der Geld in eine Sache steckt in der Erwartung, dass es sich dadurch vermehrt, nicht einfach aus Liebe zu oder Interesse an dieser Sache. Dadurch unterscheidet er sich von einem Mäzen, Sponsor, Wohltäter oder wie man es auch immer nennen will. Von der letzteren Sorte hatten wir nach Gut/Gerber viele verschiedene, und für jeden Beitrag gilt es dankbar zu sein, denn vielleicht wäre sonst längst Lichterlöschen angesagt gewesen. Aber die meisten davon verfolgten halt mit ihrem Engagement auch kurzfristige Eigeninteressen, und wenn diese nur darin lagen, sich wichtig zu fühlen und mitreden zu können. Ein stabiles Fundament konnte so nie aufgebaut werden, zumal auch die investierten Summen letztlich immer nur zum Löcherstopfen ausreichten. Ein eigentlicher Investor fand sich hingegen bis zu den Chinesen keiner, was auch nicht verwunderlich ist. Denn mit dem Schweizer Fussball lässt sich nun mal nicht nachhaltig Geld verdienen. Dafür ist der Stellenwert des Sports zu tief, die Liga zu unbedeutend und der TV-Markt ist ebenso zu klein wie die Einzugsgebiete der Clubs. Nun mag man einwenden, der FCB habe jahrelang das Gegenteil bewiesen, sei also nicht nur höchst erfolgreich gewesen, sondern habe mittels regelmässigen Einnahmen aus dem internationalen Geschäft und gewinnbringenden Transfergeschäften gar noch vorwärts gewirtschaftet. Die jüngere Vergangenheit der Basler zeigt nun aber knallhart, auf welch wackligen Beinen auch scheinbar florierende Vereine stehen. Um regelmässig an die lukrativen Honigtöpfe der UEFA zu kommen, muss permanent ein für hiesige Verhältnisse horrend teurer Kader zusammengehalten werden. Und wenn dann einmal international unerwartet früh Schluss ist, was nun mal nie ganz ausgeschlossen werden kann, und sich zudem noch der eine oder andere teuer verpflichtete Star als Flop herausstellt, steht gleich ein 20-Mio.-Defizit in der Jahresbilanz. Und dank der UEFA - welche dem Drängen und Drohen von Real, Bayern, Juventus, Chelsea und Co. stückchenweise nachgibt und die CL zu einer immer exklusiveren Veranstaltung macht - einerseits und der fast durchwegs kläglichen Auftritten der meisten Schweizer Vertreter auf europäischem Parkett andererseits werden die Hürden für eine CL- oder auch nur EL-Teilnahme laufend grösser. Ohne dieses Schaufenster lässt sich der Marktwert der Mannschaft aber nur schwer nachhaltig steigern. Vielmehr will dann jeder, der ein paar halbwegs anständige Spiele hingelegt hat, beim ersten Angebot aus der Serie B unbedingt weg und "täubelet" auf Anraten seines Agenten solange, bis man ihn schliesslich dem Frieden zuliebe für ein besseres Butterbrot gehen lässt.
Dass eine seriöse Investorengruppe ernsthaftes Interesse bekundet, bei einem Verein der Super League einzusteigen, ist bei dieser Ausgangslage illusorisch. Umso mehr gilt dies für den Grasshopper-Club, der derzeit nur noch zweitklassig ist, der kein eigentliches Fussballstadion zur Verfügung hat (und dies möglicherweise noch jahrzehntelang nicht), dafür aber ein Trainingsgelände unterhält mit Fixkosten von mehreren Millionen und der abgesehen von einer treuen Schar Unverwüstlicher kaum mehr Zuschauer mobilisieren kann. Da kann man noch so lange von der glorreichen Vergangenheit oder von der grossen Strahlkraft faseln, welche die Marke GC international immer noch besitze. Ich sehe daher kaum eine Alternative, wie unser geliebter und einst erfolgsverwöhnter Verein je wieder eine einigermassen bedeutende Rolle spielen soll, wenn nicht als Teil eines solchen Konstrukts, wie es die Fosun-Gruppe offenbar aufzubauen beabsichtigt. Denn während es für Investoren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ewig ein Verlustgeschäft bliebe, ausschliesslich in einen Schweizer Club einzusteigen, kann ein solches Investment durchaus Sinn machen, wenn es als Teil eines ausbalancierten Gesamtsystems erfolgt, das auf Wertvermehrung des Spielermaterials setzt und bis hoch in eine der grossen Ligen Europas reicht. Denn dort - und allen voran in der Premier League mit ihren unvorstellbar hochdotierten TV-Verträgen - beginnt der Rubel dann wirklich zu rollen.

Als gutes, wenn auch zugegebenermassen unpopuläres Beispiel mag Red Bull Salzburg dienen. Das aktuell für den Schweizer Fussball Geltende hätte man vor 15 Jahren ebenso gut über unser östliches Nachbarland sagen können. Trotzdem hat der Red Bull-Konzern in Salzburg im grossen Stil investiert. Natürlich spielten da auch marketingtechnische Überlegungen und wohl auch patriotische Gefühle von Red Bull-Gründer Mateschitz eine massgebende Rolle, aber letztlich bestanden offensichtlich langfristige Pläne mit dem Verein. Und der Erfolg ist unübersehbar: Salzburg ist nicht nur auf nationaler Ebene zum Serientitelsammler geworden, sondern hat auch in der Europa League regelmässig für Furore gesorgt (wenn auch jeweils erst, nachdem man die CL-Quali mit grosser Zuverlässigkeit verkackt hatte ;-)…) und Österreich in der 5-Jahres-Wertung weit nach oben gebracht (aktuell Rang 10, wir sind 17er). Eine Teilnahme an der EL-Gruppenphase ist dem Club mittlerweile praktisch sicher, der Sprung in die CL zumindest realistisch geworden. Es gelingt den Bullen immer wieder, junge Hochkaräter zu verpflichten, zum Leistungsträger zurechtzuschleifen und nach 2-3 Jahren an den grossen Bruder in Leipzig weiterzureichen oder mit grossem Gewinn an andere Topvereine zu verkaufen. Zudem verfügt der Verein über eine hervorragende Jugendabteilung. Wenngleich kaum mehr Spannung aufkommt im Rennen um den Meistertitel, hat der österreichische Fussball insgesamt doch sichtbar profitiert davon. Im Windschatten der Salzburger haben zuletzt auch andere Mannschaften wie Rapid, der LASK oder gar Wolfsberg international Achtungserfolge erzielen können. In der deutschen Bundesliga stellen die Ösis mittlerweile das mit Abstand grösste Söldnerheer. Sodann haben die Juniorenauswahlen des Landes die unsrigen überholt. Und wenn die österreichische A-Nationalmannschaft ihr Potential ausschöpfen würde, wäre es auf dieser Ebene wohl auch schon soweit.

Eine solche oder ähnliche Erfolgsgeschichte auch hier zu erwarten, wäre zum jetzigen Zeitpunkt vermessen. Noch gibt es sehr viele Unbekannte in dieser Rechnung. Die ersten Monate haben gezeigt, dass die Chinesen sehr nüchtern an die Sache herangehen und von aussen kaum sicht-, geschweige denn greifbar sind. Das mag man sich anders wünschen, ist aber letztlich nicht das Entscheidende. Klar sein dürfte, dass GC in diesem Konstrukt nie die alleroberste Priorität haben wird. Es scheint aber, und das ist doch schon mal beruhigend, dass der Schweizer Ableger doch eine ernsthafte Rolle in diesem Gebilde einnehmen und nicht einfach als Abstellgleis oder Entwicklungshelfer für zweitklassige Mendes-Klienten herhalten soll. Denn es sind jetzt doch schon ein paar Kaliber (Nadjack, Dadashov, Ronan und Bonatini) gekommen, die man ohne dieses Netzwerk wohl kaum je im GC-Dress gesehen hätte. Dass man Routiniers wie Santos oder Lenjani dazugeholt hat, spricht sodann dafür, dass es nicht einfach bei einer eigentlichen Ausbildungsstätte bleiben soll. Und entgegen ersten Befürchtungen scheint man durchaus auch auf die Talente setzen zu wollen, die schon hier waren. Natürlich gab es auch fragwürdige Transfers wie etwa jener von Ponde, aber da lohnt es sich vielleicht auch noch etwas zuzuwarten mit einem abschliessenden Urteil.

Ich habe jedenfalls, und damit komme ich endlich zum Schluss, seit langer, langer Zeit wieder Hoffnung auf bessere Zeiten, die sich auf mehr gründet als auf blossen Zweckoptimismus. Ob es so herauskommt, wie erhofft, werden wir sehen. Genauso gut kann es natürlich sein, dass die Chinesen in ein paar Jahren ihre Pläne ändern und den Club ohne zu zögern und völlig emotionslos aus ihrem Portfolio entfernen. Aber selbst dann dürfte die Lage auch nicht wesentlich hoffnungsloser sein, als sie es in den letzten Jahren ohnehin schon war. All dies ist jedoch Zukunftsmusik. Jetzt gilt es erst einmal, am Sonntag die Abstimmung zu gewinnen. Denn auch wenn das langfristige Überleben von GC derzeit weniger vom neuen Stadion abhängen dürfte als jenes vom selbsternannten "Stadtclub", wäre ein neuerlicher Rückschlag in dieser Angelegenheit emotional nur sehr schwer zu ertragen.

JNEB1886
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Re: Quo vadis GC?

#5082 Beitrag von JNEB1886 » 25.09.20 @ 11:32

Fuessballer Moldovan hat geschrieben:
25.09.20 @ 11:17
Nachdem hier drin eine Zeit lang intensiv über die neue Eigentümerschaft und deren Pläne mit dem Verein diskutiert worden ist, wurde es in den letzten Wochen merklich ruhiger. Ich nehme an, dass dies mit der insgesamt doch recht ansehnlichen Transferausbeute zu tun hat, die nahelegt, dass es den Chinesen ernster ist, als man eine Zeit lang hätte meinen können. Zwischenzeitlich wich auch bei mir der anfängliche Optimismus nach der Verkündung des Führungswechsels gewissen Bedenken, als da ausser Trennungsmeldungen und unnötigem Nachtreten gegen ehemalige Verantwortliche so gar nichts kam. Mittlerweile bin ich aber wieder guten Mutes, dass unsere Zukunft um einiges rosiger wird als die jüngere Vergangenheit. Meines Erachtens ist die erfolgte Übernahme für unsere gebeutelten Hoppers eine einmalige Chance, die man einfach packen musste, selbst mit dem Risiko, dass es schief geht. Im Folgenden möchte ich euch aufzeigen, warum ich so denke.

Vorab sei aber gesagt: Über die moralische Seite des Ganzen müssen wir nicht lange diskutieren. User Oldie, dessen fundierte und sachliche Beiträge ich ohnehin immer gerne lese, hat die fragwürdigen Praktiken und die damit verbundenen Risiken glasklar aufgezeigt. Natürlich ist es eine Farce, dass so getan wird, als stünden die Wolves und GC nicht unter ein- und derselben Führung. Selbstverständlich ist es stossend, dass einer der reichsten und einflussreichsten Spielervermittler seine Finger mit im Spiel hat und seiner Klientschaft bei Bedarf wohl jederzeit einen Arbeitsplatz auf dem Campus verschaffen kann. Und nicht von der Hand zu weisen ist auch, dass es in diesem Spiel mehrere Marionetten gibt, die wohl lediglich als Anerkennung für geleistete Dienste bei der Kontaktvermittlung ins Boot geholt (Berisha und Haas) oder als Statthalter für die eigentlichen Drahtzieher vorgeschoben wurden (Sun, Wang, allenfalls gar Schuiteman). Wie lange die UEFA solchen Machenschaften noch zuschauen wird, ist ungewiss. Ebenso fraglich ist aber auch, ob sie dagegen überhaupt je wirksame Massnahmen finden wird. Man sieht ja beim Financial Fairplay exemplarisch, wie einfallsreich die Betroffenen sind, wenn es darum geht, solche Regulatorien zu umgehen. Und dann muss man halt auch sagen, dass der Profifussball mittlerweile - wie praktisch alles, wo viel Geld im Spiel ist - derart viele hässliche Seiten hat, dass man sich konsequenterweise eigentlich ganz davon abwenden müsste. So finde ich etwa die Debatte um sogenannte "Retortenclubs" wie Hoffenheim und Co. immer auch etwas heuchlerisch, kennen doch die meisten "Traditionsvereine" selber wenig bis keine Skrupel, wenn sich die Möglichkeit bietet, neue Geldquellen zu erschliessen.

Auch der oft gehörten Kritik, das sei nun nicht mehr "unser" GC, kann ich nur zum Teil zustimmen. Denn abgesehen davon, dass mittlerweile auch dem grössten Optimisten klar sein sollte, dass schlicht keine ernsthaften inländischen oder gar innerstädtischen Interessenten für die Aktienmehrheit der Grasshopper Fussball AG da waren - die hätten ja nun wirklich lange genug Zeit gehabt, sich zu melden - gibt es "mein" GC es bereits seit geraumer Zeit nicht mehr. Ich bin im Selbstverständnis der späten 80er- und frühen 90er-Jahre aufgewachsen, als der Club mit einem aus heutiger Sicht lächerlichen Budget von plus/minus 10 Mio. noch die klare Nummer 1 im Land war. Weit über Zürich hinaus von vielen geliebt - und vom ganzen Rest beneidet bis gehasst. Zwar hat man kaum je so dominiert, wie danach der FC Basel und aktuell YB - das Meisterrennen blieb nicht selten bis zum letzten Spieltag spannend und der Cup war sowieso eine Lotterie -, aber doch mit einer gewissen Regelmässigkeit Titel geholt und ab und zu für den einen oder anderen internationalen Höhepunkt gesorgt. Dann setzte im Fussball als Folge des Bosmanurteils eine radikale Veränderung ein. Die Transfersummen und die Spielergehälter gingen rasant in die Höhe, und aufgrund der boomenden Championsleague tat sich zwischen den grossen und kleinen Playern der Branche eine immer grösser werdende Schere auf. Der damalige Präsident Romano Spadaro hat es im Bestreben, den Verein zum CL-Stammgast zu machen, übertrieben und GC fast in den Ruin geführt. Wäre seine Hochrisikostrategie aufgegangen, hätte GC vielleicht eine Zeit lang die Rolle einnehmen können, die fortan der FC Basel spielte, der aber dank grosszügiger Anschubfinanzierung durch Gigi Oeri, modernem Stadion und sprudelnden Zuschauereinnahmen langfristig die wesentlich besseren Aussichten hatte. Bei GC folgte die kurze Ära Gut/Gerber, als man mit ungeheurem finanziellem Aufwand trotz mässigem Sachverstand die letzten nationalen Glanzpunkte setzen konnte. Und dann setzte die gut 15 Jahre dauernde Ödnis ein, in welcher die einst so stolzen Grasshoppers unter ständig wechselnden und teilweise auch zwielichtigen Führungsfiguren mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit verschwanden, mit dem Hardturm ihre geliebte Heimat verloren und bisweilen gar zur Lachnummer verkamen. Ein kurzer Hoffnungsschimmer mit Cupsieg und Vizemeisterschaft war uns noch vergönnt, aber scheinbar waren auch diese Erfolge vom damaligen CEO Dosé mit Geld erkauft worden, das man gar nicht hatte. An diesem millionenschweren strukturellen Defizit vermochte auch sein Hauptkritiker und späterer Nachfolger Anliker nichts zu ändern - am sportlichen Erfolg dagegen umso mehr. Die stets gepredigte Rückkehr zur Bescheidenheit machte sich unter ihm nur auf dem Platz bemerkbar, nicht aber in der Führungsetage. Und 2018 gipfelte diese jahrelange Misswirtschaft dann im einst kaum für möglich gehaltenen Abstieg, womit ein neuer Tiefpunkt erreicht war.
Was ich damit sagen will: "Mein" GC muss einen gewissen Stolz, eine gewisse Professionalität und ja, so plump es auch klingen mag, einfach auch einen gewissen Erfolg haben. Dahin will ich wieder zurück. Denn das ist unsere Identität. Wir haben keine andere. Wir waren nie der Stolz einer ganzen Region, ja nicht einmal einer ganzen Stadt. Wir taugen nicht als sympathischer Aussenseiter, der Jahr für Jahr Rang 5-8 als Ziel vorgibt und für den eine Cupfinalteilnahme alle 15 Jahre das Höchste der Gefühle ist. Und schon gar nicht gehören wir in die Niederungen der Challenge League. Eine gewisse Zeit lang mag das vielleicht funktionieren, wenn gleichzeitig die Perspektive da ist, dass es in absehbarer Zeit mit einem neuen Stadion wieder aufwärts geht, aber länger nicht.

Ich glaube, den allermeisten von euch geht es ebenso. Wie oft wurde in den vergangenen Jahren hier im Forum der Wunsch geäussert, es möge doch endlich ein "Investor" gefunden werden, der unseren Club wieder auf Vordermann bringt. Ich hatte dabei aber stets den Eindruck, dass längst nicht allen klar ist, was dieses Wort genau bedeutet. Ein Investor ist jemand, der Geld in eine Sache steckt in der Erwartung, dass es sich dadurch vermehrt, nicht einfach aus Liebe zu oder Interesse an dieser Sache. Dadurch unterscheidet er sich von einem Mäzen, Sponsor, Wohltäter oder wie man es auch immer nennen will. Von der letzteren Sorte hatten wir nach Gut/Gerber viele verschiedene, und für jeden Beitrag gilt es dankbar zu sein, denn vielleicht wäre sonst längst Lichterlöschen angesagt gewesen. Aber die meisten davon verfolgten halt mit ihrem Engagement auch kurzfristige Eigeninteressen, und wenn diese nur darin lagen, sich wichtig zu fühlen und mitreden zu können. Ein stabiles Fundament konnte so nie aufgebaut werden, zumal auch die investierten Summen letztlich immer nur zum Löcherstopfen ausreichten. Ein eigentlicher Investor fand sich hingegen bis zu den Chinesen keiner, was auch nicht verwunderlich ist. Denn mit dem Schweizer Fussball lässt sich nun mal nicht nachhaltig Geld verdienen. Dafür ist der Stellenwert des Sports zu tief, die Liga zu unbedeutend und der TV-Markt ist ebenso zu klein wie die Einzugsgebiete der Clubs. Nun mag man einwenden, der FCB habe jahrelang das Gegenteil bewiesen, sei also nicht nur höchst erfolgreich gewesen, sondern habe mittels regelmässigen Einnahmen aus dem internationalen Geschäft und gewinnbringenden Transfergeschäften gar noch vorwärts gewirtschaftet. Die jüngere Vergangenheit der Basler zeigt nun aber knallhart, auf welch wackligen Beinen auch scheinbar florierende Vereine stehen. Um regelmässig an die lukrativen Honigtöpfe der UEFA zu kommen, muss permanent ein für hiesige Verhältnisse horrend teurer Kader zusammengehalten werden. Und wenn dann einmal international unerwartet früh Schluss ist, was nun mal nie ganz ausgeschlossen werden kann, und sich zudem noch der eine oder andere teuer verpflichtete Star als Flop herausstellt, steht gleich ein 20-Mio.-Defizit in der Jahresbilanz. Und dank der UEFA - welche dem Drängen und Drohen von Real, Bayern, Juventus, Chelsea und Co. stückchenweise nachgibt und die CL zu einer immer exklusiveren Veranstaltung macht - einerseits und der fast durchwegs kläglichen Auftritten der meisten Schweizer Vertreter auf europäischem Parkett andererseits werden die Hürden für eine CL- oder auch nur EL-Teilnahme laufend grösser. Ohne dieses Schaufenster lässt sich der Marktwert der Mannschaft aber nur schwer nachhaltig steigern. Vielmehr will dann jeder, der ein paar halbwegs anständige Spiele hingelegt hat, beim ersten Angebot aus der Serie B unbedingt weg und "täubelet" auf Anraten seines Agenten solange, bis man ihn schliesslich dem Frieden zuliebe für ein besseres Butterbrot gehen lässt.
Dass eine seriöse Investorengruppe ernsthaftes Interesse bekundet, bei einem Verein der Super League einzusteigen, ist bei dieser Ausgangslage illusorisch. Umso mehr gilt dies für den Grasshopper-Club, der derzeit nur noch zweitklassig ist, der kein eigentliches Fussballstadion zur Verfügung hat (und dies möglicherweise noch jahrzehntelang nicht), dafür aber ein Trainingsgelände unterhält mit Fixkosten von mehreren Millionen und der abgesehen von einer treuen Schar Unverwüstlicher kaum mehr Zuschauer mobilisieren kann. Da kann man noch so lange von der glorreichen Vergangenheit oder von der grossen Strahlkraft faseln, welche die Marke GC international immer noch besitze. Ich sehe daher kaum eine Alternative, wie unser geliebter und einst erfolgsverwöhnter Verein je wieder eine einigermassen bedeutende Rolle spielen soll, wenn nicht als Teil eines solchen Konstrukts, wie es die Fosun-Gruppe offenbar aufzubauen beabsichtigt. Denn während es für Investoren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ewig ein Verlustgeschäft bliebe, ausschliesslich in einen Schweizer Club einzusteigen, kann ein solches Investment durchaus Sinn machen, wenn es als Teil eines ausbalancierten Gesamtsystems erfolgt, das auf Wertvermehrung des Spielermaterials setzt und bis hoch in eine der grossen Ligen Europas reicht. Denn dort - und allen voran in der Premier League mit ihren unvorstellbar hochdotierten TV-Verträgen - beginnt der Rubel dann wirklich zu rollen.

Als gutes, wenn auch zugegebenermassen unpopuläres Beispiel mag Red Bull Salzburg dienen. Das aktuell für den Schweizer Fussball Geltende hätte man vor 15 Jahren ebenso gut über unser östliches Nachbarland sagen können. Trotzdem hat der Red Bull-Konzern in Salzburg im grossen Stil investiert. Natürlich spielten da auch marketingtechnische Überlegungen und wohl auch patriotische Gefühle von Red Bull-Gründer Mateschitz eine massgebende Rolle, aber letztlich bestanden offensichtlich langfristige Pläne mit dem Verein. Und der Erfolg ist unübersehbar: Salzburg ist nicht nur auf nationaler Ebene zum Serientitelsammler geworden, sondern hat auch in der Europa League regelmässig für Furore gesorgt (wenn auch jeweils erst, nachdem man die CL-Quali mit grosser Zuverlässigkeit verkackt hatte ;-)…) und Österreich in der 5-Jahres-Wertung weit nach oben gebracht (aktuell Rang 10, wir sind 17er). Eine Teilnahme an der EL-Gruppenphase ist dem Club mittlerweile praktisch sicher, der Sprung in die CL zumindest realistisch geworden. Es gelingt den Bullen immer wieder, junge Hochkaräter zu verpflichten, zum Leistungsträger zurechtzuschleifen und nach 2-3 Jahren an den grossen Bruder in Leipzig weiterzureichen oder mit grossem Gewinn an andere Topvereine zu verkaufen. Zudem verfügt der Verein über eine hervorragende Jugendabteilung. Wenngleich kaum mehr Spannung aufkommt im Rennen um den Meistertitel, hat der österreichische Fussball insgesamt doch sichtbar profitiert davon. Im Windschatten der Salzburger haben zuletzt auch andere Mannschaften wie Rapid, der LASK oder gar Wolfsberg international Achtungserfolge erzielen können. In der deutschen Bundesliga stellen die Ösis mittlerweile das mit Abstand grösste Söldnerheer. Sodann haben die Juniorenauswahlen des Landes die unsrigen überholt. Und wenn die österreichische A-Nationalmannschaft ihr Potential ausschöpfen würde, wäre es auf dieser Ebene wohl auch schon soweit.

Eine solche oder ähnliche Erfolgsgeschichte auch hier zu erwarten, wäre zum jetzigen Zeitpunkt vermessen. Noch gibt es sehr viele Unbekannte in dieser Rechnung. Die ersten Monate haben gezeigt, dass die Chinesen sehr nüchtern an die Sache herangehen und von aussen kaum sicht-, geschweige denn greifbar sind. Das mag man sich anders wünschen, ist aber letztlich nicht das Entscheidende. Klar sein dürfte, dass GC in diesem Konstrukt nie die alleroberste Priorität haben wird. Es scheint aber, und das ist doch schon mal beruhigend, dass der Schweizer Ableger doch eine ernsthafte Rolle in diesem Gebilde einnehmen und nicht einfach als Abstellgleis oder Entwicklungshelfer für zweitklassige Mendes-Klienten herhalten soll. Denn es sind jetzt doch schon ein paar Kaliber (Nadjack, Dadashov, Ronan und Bonatini) gekommen, die man ohne dieses Netzwerk wohl kaum je im GC-Dress gesehen hätte. Dass man Routiniers wie Santos oder Lenjani dazugeholt hat, spricht sodann dafür, dass es nicht einfach bei einer eigentlichen Ausbildungsstätte bleiben soll. Und entgegen ersten Befürchtungen scheint man durchaus auch auf die Talente setzen zu wollen, die schon hier waren. Natürlich gab es auch fragwürdige Transfers wie etwa jener von Ponde, aber da lohnt es sich vielleicht auch noch etwas zuzuwarten mit einem abschliessenden Urteil.

Ich habe jedenfalls, und damit komme ich endlich zum Schluss, seit langer, langer Zeit wieder Hoffnung auf bessere Zeiten, die sich auf mehr gründet als auf blossen Zweckoptimismus. Ob es so herauskommt, wie erhofft, werden wir sehen. Genauso gut kann es natürlich sein, dass die Chinesen in ein paar Jahren ihre Pläne ändern und den Club ohne zu zögern und völlig emotionslos aus ihrem Portfolio entfernen. Aber selbst dann dürfte die Lage auch nicht wesentlich hoffnungsloser sein, als sie es in den letzten Jahren ohnehin schon war. All dies ist jedoch Zukunftsmusik. Jetzt gilt es erst einmal, am Sonntag die Abstimmung zu gewinnen. Denn auch wenn das langfristige Überleben von GC derzeit weniger vom neuen Stadion abhängen dürfte als jenes vom selbsternannten "Stadtclub", wäre ein neuerlicher Rückschlag in dieser Angelegenheit emotional nur sehr schwer zu ertragen.
Danke für diesen, aus meiner Sicht, tollen Post. Bin auch deiner Meinung. Die Chinesen sind für unseren GC eine Chance. Wenn diese gut umgesetzt wird, können wir langfristig, wieder dorthin wo wir mal standen.

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Alaska
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Re: Quo vadis GC?

#5083 Beitrag von Alaska » 25.09.20 @ 11:51

:o Wow, was für eine grossartige Zusammenfassung der Vergangenheit und der Gegenwart!
Ich sehe das absolut gleich wie du.
Ausser: Abstieg war 2019 (genau 70 Jahre nach dem ersten Abstieg 1949).
Aufstieg 2021 wird also auch wieder genau 70 Jahre nach dem letzten Aufstieg 1951 sein :D
Make Tschii Sii Great Again :!:

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weedee
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Re: Quo vadis GC?

#5084 Beitrag von weedee » 25.09.20 @ 12:01

Alaska hat geschrieben:
25.09.20 @ 11:51
:o Wow, was für eine grossartige Zusammenfassung der Vergangenheit und der Gegenwart!
Ich sehe das absolut gleich wie du.
Ausser: Abstieg war 2019 (genau 70 Jahre nach dem ersten Abstieg 1949).
Aufstieg 2021 wird also auch wieder genau 70 Jahre nach dem letzten Aufstieg 1951 sein :D
Und wer 1952 Schweizermeister wurde wissen wir ja alle :-)
Was sollte ich machen? Schließlich hat er unsere Mutter eine alte Hure genannt.
Aber das ist doch die Wahrheit!
So alt ist sie nun auch wieder nicht!

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Alaska
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Re: Quo vadis GC?

#5085 Beitrag von Alaska » 25.09.20 @ 12:06

weedee hat geschrieben:
25.09.20 @ 12:01
Alaska hat geschrieben:
25.09.20 @ 11:51
Wow, was für eine grossartige Zusammenfassung der Vergangenheit und der Gegenwart!
Ich sehe das absolut gleich wie du.
Ausser: Abstieg war 2019 (genau 70 Jahre nach dem ersten Abstieg 1949).
Aufstieg 2021 wird also auch wieder genau 70 Jahre nach dem letzten Aufstieg 1951 sein :D
Und wer 1952 Schweizermeister wurde wissen wir ja alle :-)
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board
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Re: Quo vadis GC?

#5086 Beitrag von board » 25.09.20 @ 12:12

Fuessballer Moldovan hat geschrieben:
25.09.20 @ 11:17
Nachdem hier drin eine Zeit lang intensiv über die neue Eigentümerschaft und deren Pläne mit dem Verein diskutiert worden ist, wurde es in den letzten Wochen merklich ruhiger. Ich nehme an, dass dies mit der insgesamt doch recht ansehnlichen Transferausbeute zu tun hat, die nahelegt, dass es den Chinesen ernster ist, als man eine Zeit lang hätte meinen können. Zwischenzeitlich wich auch bei mir der anfängliche Optimismus nach der Verkündung des Führungswechsels gewissen Bedenken, als da ausser Trennungsmeldungen und unnötigem Nachtreten gegen ehemalige Verantwortliche so gar nichts kam. Mittlerweile bin ich aber wieder guten Mutes, dass unsere Zukunft um einiges rosiger wird als die jüngere Vergangenheit. Meines Erachtens ist die erfolgte Übernahme für unsere gebeutelten Hoppers eine einmalige Chance, die man einfach packen musste, selbst mit dem Risiko, dass es schief geht. Im Folgenden möchte ich euch aufzeigen, warum ich so denke.
...
Super Beitrag, vielen Dank!

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Sigi Gretasson 2004
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Re: Quo vadis GC?

#5087 Beitrag von Sigi Gretasson 2004 » 25.09.20 @ 12:32

Mitunter einer der besten Beiträge in den letzten 15 Jahren!
Sehr, sehr gut geschrieben! Danke hierfür!
so let your soul glow!

oldie
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Re: Quo vadis GC?

#5088 Beitrag von oldie » 25.09.20 @ 13:10

Das ist eine sehr gute Analyse von Vergangenheit und Gegenwart. Vielen Dank für diesen differenzierten, sachlichen, und sorgfältig ausgearbeiteten Post. Ich kann gut nachvollziehen, wie Du zum Schluss kommst, "diese Chance musste man packen". Ich kann aber auch verstehen, dass Einzelne aufgrund ihrer sehr persönlichen Wertvorstellungen zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Auf jeden Fall hast Du einen wertvollen Beitrag geleistet, auf dessen Basis eine weitere Diskussion ohne Gehässigkeiten möglich sein muss.

Klegg
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Re: Quo vadis GC?

#5089 Beitrag von Klegg » 25.09.20 @ 14:06

Grossartiger Beitrag! Vielen Dank dafür. Zudem noch äusserst appetitlich geschrieben. Ich wünsche mir mehr Diskussionen auf einer solchen Basis.

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patagonier
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Re: Quo vadis GC?

#5090 Beitrag von patagonier » 25.09.20 @ 15:21

Danke für diesen sehr gut geschriebenen Beitrag :!:

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