Nein zu personalisierten Tickets

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Sektor IV
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Nein zu personalisierten Tickets

#1 Beitrag von Sektor IV »

Nach jedem grösseren gewalttätigen Ereignis im Schweizer Fussball werden aus Teilen der Politik, der Behörden, der Clubs und auch der Fans Stimmen laut, dass «sowas nie mehr passieren dürfe» und dass man jetzt «Nulltoleranz» fordere. Dabei zeigt der Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart im In- und Ausland, dass es unabhängig von den jeweilig geltenden Gesetzen und Massnahmen – zwar in unregelmässigen Abständen, aber doch immer wieder – zu grösseren Ereignissen kommt. Dies rührt daher, dass Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans (wie auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern) seit jeher Teil des Fussballs waren und sein werden – egal ob organisiert aus dem Selbstverständnis von Fankurven heraus oder aus den Emotionen.

Glücklicherweise waren in Vergangenheit auf allen Ebenen jeweils genügend Personen involviert, die nicht bei jedem Ereignis populistisch vorpreschen, sondern die Geschehnisse besonnen und in Ruhe aufarbeiten. Sie verhinderten damit eine beidseitige Radikalisierung mit einem Teufelskreis von repressiven Massnahmen und Gewalt im Zuge deren Bekämpfung.

Nun scheint es aber so, dass zumindest in den zuständigen Gremien bei den Behörden die Hardliner das Steuer übernommen haben. Denn die Massnahme «personalisierte Tickets» lag ereignisunabhängig schon seit Jahren auf dem Tisch und nicht erst seit den jüngsten Vorfällen. Sie verspielen damit eine Situation, bei der es zwar in unregelmässigen Abständen – mal kürzere, mal längere – zu gewalttätigen Ereignissen kommt, die insgesamt aber stabil ist. Diese Spirale der beidseitigen Radikalisierung mit dem Resultat von weniger Sicherheit und weniger Zuschauerinnen und Zuschauern in Gang zu setzen, halten wir für gefährlich. Personalisierte Tickets sind ausserdem auch aus staatspolitischer Sicht heikel, weil man damit viel riskiert: Das Vertrauen in die Institutionen ist bereits angekratzt, wenn man sich die gesellschaftlichen Gräben im Zuge von Corona vor Augen führt. So haben die Schweizer Fanszenen auch schon im September 2020 davor gewarnt, Instrumente aus der Pandemie-Bekämpfung schleichend in das nationale Repressionsarsenal zu überführen.

Darum sagen wir entschieden: «Nein zu personalisierten Tickets»

Szene Aarau, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, KOP SUD LAUSANNE, Teste Matte (Lugano), USL (Luzern), Gradin Nord (Sion), Espenblock St. Gallen, Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri

Magic-Kappi
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#2 Beitrag von Magic-Kappi »

Wow. Was für eine sackschwache Argumentation :shock:
"Ich sitze mit im Boot, ich paddle mit." (G.C. Trainer von GC)

Magic-Kappi
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#3 Beitrag von Magic-Kappi »

Zusammengefasst:

1. Gewalttätige Ereignisse hat es immer gegeben und wird es auch immer wieder geben, weil es halt einfach dazugehört (im Fall nicht nur bei uns, sondern überall).
2. Bei Repression kommt ein Teufelskreis in Gange, weil wir dann mit Gewalt antworten (also wir drohen euch auch noch gleich).
3. Mit den Coronamassnahmen haben die Institutionen (wer immer das ist) gezeigt, dass sie nur Gräben schaffen und wir finden das böse und haben drum kein Vertrauen mehr.

Schlussfolgerung: Und darum sind wir gegen personalisierte Tickets. Und zwar mit Nachdruck.

Momoll, davon lassen sich Politiker, Behörden und der gemeine Wutbürger sicherlich überzeugen.
"Ich sitze mit im Boot, ich paddle mit." (G.C. Trainer von GC)

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Lion King
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#4 Beitrag von Lion King »

Dies rührt daher, dass Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans [...] seit jeher Teil des Fussballs waren und sein werden
Dümmste Aussage, die ich je in einem Communicé von Seiten der Fankurven - die ich sonst eigentlich sehr schätzte - gelesen habe.

NEIN, GEWALT GEHÖRT NICHT ZUM FUSSBALL. HAT ES NOCH NIE UND WIRD ES NIE. PUNKT.

Sergio+
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#5 Beitrag von Sergio+ »

Sektor IV hat geschrieben: 03.12.21 @ 17:11 Nach jedem grösseren gewalttätigen Ereignis im Schweizer Fussball werden aus Teilen der Politik, der Behörden, der Clubs und auch der Fans Stimmen laut, dass «sowas nie mehr passieren dürfe» und dass man jetzt «Nulltoleranz» fordere. Dabei zeigt der Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart im In- und Ausland, dass es unabhängig von den jeweilig geltenden Gesetzen und Massnahmen – zwar in unregelmässigen Abständen, aber doch immer wieder – zu grösseren Ereignissen kommt. Dies rührt daher, dass Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans (wie auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern) seit jeher Teil des Fussballs waren und sein werden – egal ob organisiert aus dem Selbstverständnis von Fankurven heraus oder aus den Emotionen.

Glücklicherweise waren in Vergangenheit auf allen Ebenen jeweils genügend Personen involviert, die nicht bei jedem Ereignis populistisch vorpreschen, sondern die Geschehnisse besonnen und in Ruhe aufarbeiten. Sie verhinderten damit eine beidseitige Radikalisierung mit einem Teufelskreis von repressiven Massnahmen und Gewalt im Zuge deren Bekämpfung.

Nun scheint es aber so, dass zumindest in den zuständigen Gremien bei den Behörden die Hardliner das Steuer übernommen haben. Denn die Massnahme «personalisierte Tickets» lag ereignisunabhängig schon seit Jahren auf dem Tisch und nicht erst seit den jüngsten Vorfällen. Sie verspielen damit eine Situation, bei der es zwar in unregelmässigen Abständen – mal kürzere, mal längere – zu gewalttätigen Ereignissen kommt, die insgesamt aber stabil ist. Diese Spirale der beidseitigen Radikalisierung mit dem Resultat von weniger Sicherheit und weniger Zuschauerinnen und Zuschauern in Gang zu setzen, halten wir für gefährlich. Personalisierte Tickets sind ausserdem auch aus staatspolitischer Sicht heikel, weil man damit viel riskiert: Das Vertrauen in die Institutionen ist bereits angekratzt, wenn man sich die gesellschaftlichen Gräben im Zuge von Corona vor Augen führt. So haben die Schweizer Fanszenen auch schon im September 2020 davor gewarnt, Instrumente aus der Pandemie-Bekämpfung schleichend in das nationale Repressionsarsenal zu überführen.

Darum sagen wir entschieden: «Nein zu personalisierten Tickets»

Szene Aarau, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, KOP SUD LAUSANNE, Teste Matte (Lugano), USL (Luzern), Gradin Nord (Sion), Espenblock St. Gallen, Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri
Hmm, was ist jetzt das genau? Satire, Ironie oder einfach täubele?

MaRo
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#6 Beitrag von MaRo »

das ist jetzt wirklich etwas vom dämlichsten, was ich je gelesen habe. das ist doch nun wirklich einfach irgendöpis.. null inhalt, keine schlüssige argumentation und gewalt gehört zum fussball. wow :shock:

hard9i
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#7 Beitrag von hard9i »

Ja zu personalisierten Tickets!
Argument: weil wirs können!

Am besten nach jedem Mätchli noch ein Zelt neben das Letzi, damit alle normalen Fans miteinander den Match und ihre Teams feiern können. Alle anderen können sich irgendwo im Wald gegenseitig verkloppen...

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AUUUH
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#8 Beitrag von AUUUH »

Schwaches Statement. Mit der Androhung von (weiteren) Gewaltexzessen holt man sich keine Sympathien ab.

Die Allgemeinbevölkerung wird die Kurven nicht vermissen.
AUUUH!!!

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Vorwaerts
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#9 Beitrag von Vorwaerts »

Offenbar haben jetzt endgültig die Dumpfbacken übernommen, früher kamen da intelligentere Ansagen. Wahrscheinlich wurde dieses peinliche Statement von der SK Hitlerjugend verfasst und von den anderen ehrfürchtig abgesegnet.
Die normalen Zuschauer, die einfach ein bisschen Fussball schauen wollen und die Familien mit ihren Gofen werden sich schnell an die Sponsoren-Choreos und die lustigen Fähnlein, die vor dem Match auf den Sitzen liegen, gewöhnen. Bei der Nati haben die bekanntlich auch ihren Spass ohne Ultras und "Kurven".

Score
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Re: Nein zu personalisierten Tickets

#10 Beitrag von Score »

Sektor IV hat geschrieben: 03.12.21 @ 17:11 Nach jedem grösseren gewalttätigen Ereignis im Schweizer Fussball werden aus Teilen der Politik, der Behörden, der Clubs und auch der Fans Stimmen laut, dass «sowas nie mehr passieren dürfe» und dass man jetzt «Nulltoleranz» fordere. Dabei zeigt der Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart im In- und Ausland, dass es unabhängig von den jeweilig geltenden Gesetzen und Massnahmen – zwar in unregelmässigen Abständen, aber doch immer wieder – zu grösseren Ereignissen kommt. Dies rührt daher, dass Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans (wie auch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern) seit jeher Teil des Fussballs waren und sein werden – egal ob organisiert aus dem Selbstverständnis von Fankurven heraus oder aus den Emotionen.

Glücklicherweise waren in Vergangenheit auf allen Ebenen jeweils genügend Personen involviert, die nicht bei jedem Ereignis populistisch vorpreschen, sondern die Geschehnisse besonnen und in Ruhe aufarbeiten. Sie verhinderten damit eine beidseitige Radikalisierung mit einem Teufelskreis von repressiven Massnahmen und Gewalt im Zuge deren Bekämpfung.

Nun scheint es aber so, dass zumindest in den zuständigen Gremien bei den Behörden die Hardliner das Steuer übernommen haben. Denn die Massnahme «personalisierte Tickets» lag ereignisunabhängig schon seit Jahren auf dem Tisch und nicht erst seit den jüngsten Vorfällen. Sie verspielen damit eine Situation, bei der es zwar in unregelmässigen Abständen – mal kürzere, mal längere – zu gewalttätigen Ereignissen kommt, die insgesamt aber stabil ist. Diese Spirale der beidseitigen Radikalisierung mit dem Resultat von weniger Sicherheit und weniger Zuschauerinnen und Zuschauern in Gang zu setzen, halten wir für gefährlich. Personalisierte Tickets sind ausserdem auch aus staatspolitischer Sicht heikel, weil man damit viel riskiert: Das Vertrauen in die Institutionen ist bereits angekratzt, wenn man sich die gesellschaftlichen Gräben im Zuge von Corona vor Augen führt. So haben die Schweizer Fanszenen auch schon im September 2020 davor gewarnt, Instrumente aus der Pandemie-Bekämpfung schleichend in das nationale Repressionsarsenal zu überführen.

Darum sagen wir entschieden: «Nein zu personalisierten Tickets»

Szene Aarau, Muttenzerkurve Basel, Ostkurve Bern, KOP SUD LAUSANNE, Teste Matte (Lugano), USL (Luzern), Gradin Nord (Sion), Espenblock St. Gallen, Winterthur, Zürcher Südkurve, Sektor IV GC Züri
Leider ein sehr schwaches Statement. Diese unnötige Verknüpfung mit Corona ist schlicht lächerlich. Diese Massnahmen haben genau gar nichts mit Corona zu tun. Das ist nur ein Versuch die lächerliche Protestaktion wegen dem Zertifikat zu relativieren. Die Forderung der Personalisierten Tickets steht aber in absolut keinem Zusammenhang mit den Coronamassnahmen und wurde ja schon vor vielen Jahren mal eingeführt (für ein paar Spiele).
Ich bin absolut gegen personalisierte Tickets. Es wäre aber einiges Sinnvoller wenn man sich darauf konzentriert, das keine Ausschreitungen verhindert werden damit. Denn die Wahrheit, die niemand sagen will ist, es braucht gar keine neuen Gesetze. Es gibt genügend Gesetze und Regulatiorien um gegen solche Vorfälle wie beim Derby vorzugehen. Genaugenommen herrschen die härtesten Gesetze rund um Fussballspiele. Das Problem ist, es lohnt sich gar nicht die anzuwenden. Der Aufwand die Verursacher ausfindig zu machen, diese anzuklagen und auch noch den Prozess zu machen ist so gross, dass er schlicht nicht gerechtfertigt ist. Und so doof es klingen mag, es sind halt im Endeffekt oft nur Bagatellen die da vor Gericht kommen würden. Beim Derby war es anders, da dürfte man sicherlich mit Strafen rechnen die auch etwas abschreckend sind. Aber man kann ja nicht einen 14 Jährigen der eine Fackel zündet für zwei Jahren in den Knast stecken. Das heisst dann auf gut Deutsch, man hat einen riesigen Fahndungsaufwand und Umtrieb für eine dann sehr geringe Strafe. Was ich damit sagen will, man hätte alle Mittel. Aber es lohnt sich gar nicht diese einzusetzen.
Gleich ist es bei den Persönlichen Tickets. Es wird am Ende ausser einer weiteren Überwachung von Unschuldigen Bürger genau nichts bringen...

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