Fussball und Gewalt in Zürich

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AG_1886
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#701 Beitrag von AG_1886 »

Ich versuche mal gewisse Punkte etwas sachlich einzuordnen, jedoch ohne über die Anklageschrift zu verfügen, was es natürlich schwierig macht.
An dessen Wohnort, in einer Gemeinde ausserhalb von Zürich, wurde das Auto von der Polizei denn auch gefunden. Die Hausdurchsuchung ergab, dass der Verdächtige tatsächlich ein leidenschaftlicher FCZ-Fan ist. Er hat sogar FCZ-Tattoos. Seine DNA wurde auf den Kleidern von beiden Opfern gefunden. Sein Handy war während der Tatzeit in der Nähe des Tatorts eingeloggt.
Wies scheint, haben die Strafverfolgungsbehörden (Polizei & Staatsanwaltschaft) hier durchaus (natürlich völlig zurecht) Aufwand betrieben.

- Fahrzeuglenker musste via Firma ermittelt werden
- Hausdurchsuchung, Anhaltung, Erkennungsdienstliche Erfassung durchgeführt
- DNA Analysen durchgeführt
- technische Überwachungsmassnahmen (RTI) angeordnet und via Zwangsmassnahmegericht genehmigen lassen

Mangelnder Ermittlungsaufwand scheint also kaum vorzuliegen.
Das Gericht müsse bei einem Ersttäter von Gesetzes wegen von einer positiven Prognose ausgehen, deshalb nur eine bedingte Strafe.
Das ist ein bekanntes Problem, jedoch gängige Rechtspraxis in der Schweiz. Ein Beschuldigter ohne Vorstrafen wird in aller Regel mit einer bedingten, maximal teilbedingten Freiheitsstrafe belegt. Ja ist zum Kotzen, leider absolut üblich in unserem tollen Land. Ich persönlich hätte hier mindestens 6 Monate unbedingt gesprochen, aber das ist Wunschdenken, weil er keine Vorstrafen hat und arbeitstätig ist.
Das Zusammenfügen der Mosaiksteine ergebe ein klares Bild, sagt der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilseröffnung. Der Beschuldigte sei zur Tatzeit am Tatort gewesen. Das Gericht gehe auch davon aus, dass er nicht nur der Fahrer gewesen sei. Was er genau gemacht habe, sei jedoch nicht klar. Das sei für den Tatbestand des Angriffs aber auch nicht nötig. Es brauchte eine Erklärung dafür, wie die DNA des Beschuldigten an die Kleider der Opfer kam. Eine Beteiligung am Raub des Schals könne dem Beschuldigten aber nicht nachgewiesen werden.
Beim Tatbestand des Angriffs handelt es sich übrigens bereits um ein Verbrechenstatbestand. Die Tatsache, dass man ihm den Raub nicht nachweisen konnte würde am Urteil wenig bis gar nichts ändern. Weshalb nicht auch noch wegen versuchter schwerer Körperverletzung eröffnet wurde, kann ich aufgrund fehlender Fakten nicht beurteilen. Aber auch das würde nicht viel am Urteil ändern.

Die Tatsache, dass der Beschuldigte keinen einzigen Tag in der U-Haft verbringen musste, verstehe ich auch nicht, zumal hier klar Kollusionsgefahr (Verdunkelungsgefahr) vorlag und er bewusst darauf verzichtete, die Mittäter bekannt zu geben.

Lange Rede, kurzer Sinn. Die Opfer sind wie immer die Verlierer und von Genugtuung kann hier keineswegs die Rede sein.
Ich bin en Hopper, falls mi bide Rasse wotsch nänne… ;)

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Charlie Bronson
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#702 Beitrag von Charlie Bronson »

Ottiker hat geschrieben: 05.01.26 @ 21:59 Bestätigt alle Vorurteile

- Strohdumm (Geschäftsauto)
- Vom Land (Aber Züri isch ois)
- In Überzahl gegen jüngere

"Mir sind das was ihr gern wäred" :oops:
Amen, HSen

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Ciri
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#703 Beitrag von Ciri »

AG_1886 hat geschrieben: 06.01.26 @ 11:56 Ich versuche mal gewisse Punkte etwas sachlich einzuordnen, ...

Wies scheint, haben die Strafverfolgungsbehörden (Polizei & Staatsanwaltschaft) hier durchaus (natürlich völlig zurecht) Aufwand betrieben.

Das ist ein bekanntes Problem, jedoch gängige Rechtspraxis in der Schweiz. Ein Beschuldigter ohne Vorstrafen wird in aller Regel mit einer bedingten, maximal teilbedingten Freiheitsstrafe belegt.

Beim Tatbestand des Angriffs handelt es sich übrigens bereits um ein Verbrechenstatbestand.

Lange Rede, kurzer Sinn. Die Opfer sind wie immer die Verlierer und von Genugtuung kann hier keineswegs die Rede sein.
Danke für den Kommentar.
Ja offenbar hat man hier einige Indizien sammeln können. Als Laie frage ich mich dennoch, ob es nicht möglich gewesen sein muss, mit etwas mehr Aufwand noch die anderen 4 Beteiligten zu schnappen. Eine Quote von 20% bei so einem Verbrechen ist eigentlich nicht ausreichend. Immerhin handelt es sich um eine Bande, die allen Anschein nach willentlich und gehwohnheitsmässig schwere Gewaltverbrechen begehen kann.

Wird mit dem Straftatbestand des Angriff sozusagen davon ausgegangen, dass der Verurteilte eine Teilschuld an der Schwere der Tat trägt? Oder weshalb könnte keine schärfere Strafe vergeben werden?

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86101886
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#704 Beitrag von 86101886 »

Schuld an der Situation sind diejenigen, die mit ihrem Abstimmungs- und Wahlverhalten diese Politik unterstützen.
"Mir verschtönd eu ja... All wänd zwüschäd ihrne Lumpä s'Libli vom Rekordmeischter ha" -Sektor IV (Banner, 2. Dezember 2012)

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AG_1886
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#705 Beitrag von AG_1886 »

Ciri hat geschrieben: 07.01.26 @ 7:00
Wird mit dem Straftatbestand des Angriff sozusagen davon ausgegangen, dass der Verurteilte eine Teilschuld an der Schwere der Tat trägt? Oder weshalb könnte keine schärfere Strafe vergeben werden?
Ja absolut. Das wird ja auch so begründet. Es konnte (wie so oft) nicht geklärt werden, welche Tatbeteiligung er genau inne hatte. Nichtsdestotrotz ist das Gericht davon überzeugt, dass er sich am Angriff beteiligt hat und hat ihn deshalb völlig zurecht verurteilt.

Weshalb man die anderen Täter nicht ermitteln konnte lässt sich ohne Insiderwissen schwer sagen. Die haben garantiert das Handy des Beschuldigten also Nachrichten, Fotos etc. ausgewertet oder es zumindest versucht. Ich gehe davon aus, dass das Pack geübt darin ist, Spuren zu beseitigen.

Kleine Randbemerkung wie krank zum Teil unsere Gesetzgebung bzw. deren Praxis übrigens ist:

Hätten sich die zwei Hoppers nur ansatzweise wehren, oder zumindest Abwehrbewegungen machen können, wäre nicht der Tatbestand des Angriffs (einseitiger Angriff von mind. 2 Personen gegen wehrlose Person mit Verletzungsfolge) sondern des Raufhandels zur Anwendung gekommen, was für die Täter strafmildernd gewesen wäre und für die Opfer ebenfalls ein Strafverfahren mit sich gezogen hätte (kein Witz).
Ich bin en Hopper, falls mi bide Rasse wotsch nänne… ;)

Herr Fehr
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#706 Beitrag von Herr Fehr »

86101886 hat geschrieben: 07.01.26 @ 13:55 Schuld an der Situation sind diejenigen, die mit ihrem Abstimmungs- und Wahlverhalten diese Politik unterstützen.

Weil die Bauern- und Gewerbepartei juristisch so bewandt ist?

lukas1886
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#707 Beitrag von lukas1886 »

Das hat mit der SVP überhaupt nichts zu tun.
Sogar jemand der nichts mit Politik zu tun hat, weiss das sich die Linken Kreise oft für diese Opfer einsetzen. Ohne daraus ein politisches Thema zu machen - aber die Politik in der Stadt Zürich hat die letzten Jahre ganz klar bewiesen, dass ihnen dieses Thema am Allerwertesten vorbeigeht.
Im Gegenteil das Problem stinkt vom Kopf her. Siehe Luca Maggi, Sicherheitschef bei denen drüben und gleichzeitig Gemeinderat für die Grünen.

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Glasgow Smile
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#708 Beitrag von Glasgow Smile »

Hinzu kommt die ewige Hardturm-Diskussion, woher die Verweigerer Hauptsächlich kommen wissen wir ja

Herr Fehr
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#709 Beitrag von Herr Fehr »

Glasgow Smile hat geschrieben: 07.01.26 @ 17:16 Hinzu kommt die ewige Hardturm-Diskussion, woher die Verweigerer Hauptsächlich kommen wissen wir ja
Etwa zu gleichen Teilen aus dem linken Lager wie aus den gutbürgerlichen Höngger Einfamilienhäusern ;)

Edit: Zudem haben auch SVP/FDP bereits ein Stadion verhindert. Sie waren sozusagen die Trendsetter der Stadionverhinderer. (Ja, bin verdammt froh, dass wir kein 30k Stadion haben, das nie auch nur zu einem Drittel voll wäre – aber darum gings den Verhinderern damals nicht)

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Iron
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Re: Fussball und Gewalt in Zürich

#710 Beitrag von Iron »

Herr Fehr hat geschrieben: 08.01.26 @ 23:48
Glasgow Smile hat geschrieben: 07.01.26 @ 17:16 Hinzu kommt die ewige Hardturm-Diskussion, woher die Verweigerer Hauptsächlich kommen wissen wir ja
Etwa zu gleichen Teilen aus dem linken Lager wie aus den gutbürgerlichen Höngger Einfamilienhäusern ;)

Edit: Zudem haben auch SVP/FDP bereits ein Stadion verhindert. Sie waren sozusagen die Trendsetter der Stadionverhinderer. (Ja, bin verdammt froh, dass wir kein 30k Stadion haben, das nie auch nur zu einem Drittel voll wäre – aber darum gings den Verhinderern damals nicht)
Geht mir nicht darum eine politische Diskussion zu starten, aber welches Projekt soll die FDP/SVP bekämpft haben? Das viele zu grosse Pentagon (30k Topf) wurde vom VCS/Grünen bekämpft, das zweite, aus meiner Sicht sehr gute Projekt federführend von der GLP bzw Herr von Planta (damals Anwohner und nun ja im Aargau Politiker…) und jetzt aus einer Mischung VCS/Grün/Höngger/Anwohner.
“Wer so aus dem letzten Loch pfeift wie wir alle, kann nur noch Komödien verstehen”

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